#CivilSocietyCooperation: Menschenrechte stärken, Homophobie entgegentreten

Jugendfachkräfteaustausch des LSVD Hamburg in St. Petersburg

Der LSVD Hamburg war im Rahmen der Städtepartnerschaft mit St. Petersburg Gast beim 12. Internationalen Filmfest Side by Side - dem LGBT-Filmfestival in Russland

Die Hamburger Community besucht die St. Petersburger. Seit vielen Jahren nutzt der LSVD Hamburg die Städtepartnerschaft zwischen der Hansestadt und der russischen Metropole für ein gemeinsames Austauschprogramm. Zuletzt waren Hamburger*innen im November in Russland, um dort das russische LGBT-Filmfestival Side by Side zu besuchen.

Am Tage haben wir Organisationen und Projekte besucht und uns über die Situation von LSBTIQ informiert. In den zahlreichen Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, wie schlecht es um die Menschenrechte – nicht nur für LGBTIQ – bestellt ist. Wie schon 2018 gab es in den ersten Tagen Bombendrohungen gegen die Veranstaltungsorte des Festivals. Wir hatten auch den Eindruck, dass in diesem Jahr weniger Besucher*innen vor Ort waren.

Am Tage haben wir Organisationen und Projekte besucht und uns über die Arbeitsbedingungen für LGBTIQ informiert. In den zahlreichen Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, wie schlecht es um die Menschenrechte – nicht nur für LGBTIQ – bestellt ist. Nachhaltig hat uns beeindruckt, dass gerade junge Menschen, die unter enormen Druck aufwachsen müssen und ständig Diskriminierungen und Repressionen ausgesetzt sind, in ihrem Engagement nicht zu bremsen sind. Ähnlich wie bei uns wird die Arbeit ehrenamtlich gestemmt. 

Unsere russische Partnerorganisation „Side by Side“ (International LGBT Film Festival) hat aber einen kleinen Erfolg errungen. Unter 12 Internationalen Festivals in ganz Russland, wurden sie auf die Liste genommen und durften daher das Festival durchführen.

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Das Projekt T-ACTION konnte stolz über Arbeitserfolge berichten: Sie hatten kurz vor unserem Besuch ein neues Community-Center bezogen. Beratung und Weiterbildung zum Thema Trans* bei Ärzt*innen und Psycholog*innen sind stark nachgefragt und werden weiter durchgeführt. 

Negativ ist die Bilanz für HIV und Aids: in St. Petersburg gibt es offiziell ca. 60.000 Infizierte – in Russland sind es über 1,2 Mio. Menschen. Eigene Projekte z.B. für Prävention gibt es zurzeit in St. Petersburg nicht. Es laufen aber Bemühungen, damit es wieder HIV–Präventionsprojekte gibt.

Nun bereits seit 11 Jahren besteht das Projekt „Coming Out“, das auch das „QUEERFEST“ organisiert. Ziele des Projekts sind Empowerment der Community und Aufklärung der Öffentlichkeit – in den Schulen findet wegen dem Antihomosexualitätsgesetz keine Aufklärung statt. Das Projekt „arbeitet mit dem System“, d.h. Begleitung bei gerichtlichen Auseinandersetzungen, Kooperationen mit anderen demokratischen Kräften.

Unsere Freizeit haben wir mit von den Projekten organisierten Stadtführungen zu kulturellen Sehenswürdigkeiten und alternativen Orten für experimentelle Kunst verbracht. In den persönlichen Gesprächen haben wir viel darüber erfahren, welchen Schwierigkeiten die Community ausgesetzt ist, sich friedlich unter freiem Himmel zu treffen.

Besucht haben wir auch das Projekt „Russian LGBT Network“, um in Hamburg gesammelte Spenden zu übergeben. Das russische Netzwerk betreut derzeit in St. Petersburg und Moskau 50 geflüchtete Homosexuelle und Trans* aus Tschetschenien, die wegen Verfolgung und Todesdrohungen das Land verlassen mussten.

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Ferner stand der Besuch eines feministischen Zentrums auf dem Plan. Dieses Zentrum ist auch relativ neu und noch in der Findungsphase welche Problemfelder sie abdecken können. Unter anderem trafen wir die Projektleitung von „EVAS RIPPE“.

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Abends standen Veranstaltungen des Filmfestes auf unserem Programm – unterstützt wurden wir von Sprachmittler*innen.

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