Rekord bei CSDs, Stillstand bei Queerpolitik
Mit 45 CSDs ist Bayern bundesweit Spitzenreiter – beim Schutz queerer Menschen jedoch weiterhin Nachzügler

München, 28.05.2026. Mit insgesamt 45 CSDs finden 2026 in Bayern so viele Christopher Street Days statt wie in keinem anderen Bundesland. Die Pride-Saison startet am 30. Mai in Hof und endet am 26. September mit den CSDs in Herzogenaurach und Landshut. Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt Bayern ruft zur breiten Unterstützung auf.
"Bayern hat die meisten CSDs in ganz Deutschland. Das ist ein Grund zur Freude und gleichzeitig ein deutliches Signal an die Staatsregierung, queere Menschen endlich wirksam vor Diskriminierung und Gewalt zu schützen. Während queere Communities in immer mehr Orten Sichtbarkeit schaffen, bleibt die Staatsregierung queerpolitisch weit hinter anderen Bundesländern zurück. Bayern verfügt bis heute über keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit und investiert weiterhin nicht ausreichend in queere Bildung, Gewaltprävention und Gesundheitsversorgung." erklärt Markus Apel, Vorstandsmitglied des LSVD+ Bayern. "Es beeindruckt uns, wie viele Menschen in Bayern trotz zunehmender Anfeindungen den Mut haben, sichtbar zu sein und CSDs auf die Beine zu stellen – nicht nur in Großstädten, sondern vor allem in kleineren Kommunen und im ländlichen Raum. Fast alle CSDs in Bayern werden ehrenamtlich organisiert. Für viele queere Menschen vor Ort sind sie die einzige Möglichkeit im ganzen Jahr, überhaupt sichtbar zu sein, Gemeinschaft zu erleben und sich sicher mit anderen queeren Menschen vernetzen zu können."
Die Sicherheitslage für queere Menschen verschärft sich zunehmend: 2025 wurden in Bayern 180 queerfeindliche Straftaten erfasst. Bundesweit wurden mindestens 110 der 245 geplanten CSDs angegriffen oder gestört – vielfach durch organisierte rechtsextreme Gruppen. Der LSVD+ Bayern fordert deshalb weiterhin einen bayerischen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit, ein Bayerisches Landesantidiskriminierungsgesetz sowie deutlich mehr Investitionen in queere Bildungs-, Beratungs- und Präventionsarbeit. Zudem spricht sich der Verband für die Abschaffung des „Gender-Verbots“, die Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes zum Schutz queerer Menschen, eine Reform des Abstammungsrechts sowie die Fortführung des Bundesaktionsplans „Queer Leben“ aus. Auch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ müsse Projekte gegen Queerfeindlichkeit weiterhin verlässlich fördern.
Eine Übersicht aller CSDs in Bayern 2026 gibt es unter:
https://www.lsvd.bayern/pride
Weiterlesen:
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LSVD⁺ Bayern
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Pressesprecher*in Markus Apel
LSVD⁺ Bayern e.V. c/o Sub e.V. Müllerstraße 14 80469 MünchenE-Mail: bayern[at]lsvd.de

