Bericht vom IDAHOBITA* 2026 in Frankfurt am Main
Sichtbarkeit braucht Sicherheit - Ehrenamt stärkt unsere Demokratie

Bild, von links Love Walk mit Vertreter*innen der Regenbogencrew, Georgios Kazilas Vorstand LSVD⁺ Hessen, Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Dr. Harpreet Cholia
Frankfurt am Main, 17.05.2026. Unter dem Motto „Sichtbarkeit braucht Sicherheit“ hat die Regenbogencrew der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. gemeinsam mit zahlreichen Vereinen aus dem Rhein-Main-Gebiet am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans*- und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBITA*) ein starkes Zeichen gegen Queerfeindlichkeit gesetzt.
Im Herzen Frankfurts, an der Hauptwache, lud der „Markt der Vielfalt“ zum Austausch, zur Information und zur Begegnung ein. Zahlreiche Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, sich über queeres Leben in Frankfurt und darüber hinaus zu informieren. Mit Infoständen, Gesprächsangeboten und einem interaktiven Safe(r)-Spaces-Zelt wurde deutlich: Sichtbarkeit ist wichtig – aber sie braucht Schutz, Solidarität und politische Unterstützung.
In mehreren Gesprächsrunden diskutierten Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Stadtgesellschaft über die Frage, wie queeres Leben in Frankfurt und weltweit sicherer werden kann. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Sichtbarkeit, Schutzräume und der gemeinsame Einsatz gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt u.a. mit Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg und Leitung Stabsstelle Antidiskriminierung Dr. Harpreet Cholia.
Ein besonderer Moment des Tages war der Love Walk, der den Gedenkkranz der Regenbogencrew (AHF) zum Frankfurter Engel geleitete. „Der Love Walk zum Frankfurter Engel verbindet Erinnerung, Gegenwart und Verantwortung. Er erinnert uns daran, dass queere Menschen in Frankfurt, in Hessen, in Deutschland und international noch immer nicht selbstverständlich sicher leben können. Sichtbarkeit braucht Sicherheit – und dafür ist das Ehrenamt unverzichtbar: Es schafft Begegnung, stärkt Solidarität und macht Schutzräume überhaupt erst möglich.
Umso problematischer sind die Kürzungen der Bundesregierung bei der Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements, denn sie schwächen genau die Strukturen, die unsere Demokratie und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen. Mein herzlicher Dank gilt deshalb dem kontinuierlichen ehrenamtlichen Engagement der Regenbogencrew der AIDS-Hilfe Frankfurt, das diesen Aktionstag erst möglich gemacht hat.“, sagt Georgios Kazilas, Vorstand LSVD+ Hessen.
Am Frankfurter Engel angekommen fand die traditionelle Kranzniederlegung der Regenbogencrew (AHF) statt.
Zur dortigen Veranstaltung des AmkA (Amt für multikulturelle Angelegenheiten) begrüßte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg die Teilnehmenden an der Skulptur, die an die Homosexuellenverfolgung im Nationalsozialismus erinnert. Im Namen der Stadt legte sie an dem Mahnmal einen Kranz zum Gedenken nieder.
Den Abschluss des Aktionstags bildete eine große Menschenkette der Vielfalt und Solidarität an der Hauptwache, die symbolisch einen Safe Space sichtbar machte. Sie stand für das, was queere Communities und ihre Verbündeten gemeinsam schaffen können: Schutz, Zusammenhalt und eine offene Gesellschaft.

