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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Start der Fußball-WM in den USA

LSVD⁺: Entrechtung von trans* und nicht-binären Menschen in den USA

Pressemitteilung vom 10.06.2026

Berlin, 10. Juni 2026. Morgen startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den Gastgeberländern Mexiko, Kanada und USA. In den USA wird die Demokratie schrittweise zurückgebaut. Insbesondere die Menschenrechte von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären sowie weiteren queeren Personen werden durch die Trump-Administration massiv angegriffen und politisch instrumentalisiert. Dazu erklärt Julia Monro aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt:

Sport hat in dieser Lage eine besondere Verantwortung, weil er weltweit Werte transportiert, die über den Platz hinausreichen: Fairness, Respekt und Teilhabe. Das muss für alle Menschen gelten, auch für trans* und nicht-binäre Personen. Wer den Sport liebt, muss auch die Menschen schützen, die ihn nur unter erschwerten Bedingungen erleben.

Wir appellieren an Medien, Politik und Sportfunktionär*innen, auf die aktuelle Situation von queeren Menschen in den USA aufmerksam zu machen und eine klare Haltung zu demonstrieren. Die öffentliche Sichtbarkeit von queeren Menschen wird zurückgedrängt, Unternehmen und Organisationen, die Diversity-Strategien haben, unter Druck gesetzt, und Gesetze für trans*, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen verschärft. Das ist kein Randthema, sondern betrifft Alltag, Mobilität und Sicherheit unmittelbar. Der Umgang mit Minderheitenrechten ist ein Gradmesser für den Zustand einer demokratischen Gesellschaft. Menschenfeindliche Maßnahmen dürfen nicht normalisiert werden. Die internationale Gemeinschaft darf dazu nicht schweigen, wenn die Aufmerksamkeit auf das Gastgeberland USA zunimmt. Die Trump-Administration könnte diese mediale Bühne für weitere menschenfeindliche Zwecke instrumentalisieren, um ihre queerfeindliche Agenda in andere Länder zu übertragen.

Die Sicherheit für trans* und nicht-binäre Fußballfans ist in den USA derzeit nicht gewährleistet. Wir raten allen queeren Fans, sich vorab sorgfältig zu informieren und auf ihre Sicherheit zu achten.

Zum Hintergrund:

Das Auswärtige Amt hat bereits 2025 Warnungen für trans* und nicht-binäre USA-Reisende ausgesprochen, diese wurden zur Fußball-WM der Männer nochmal wiederholt: Wer mit abweichenden Geschlechtseinträgen reist, mit einem „X“-Marker im Pass unterwegs ist oder bei Kontrollen nicht dem staatlichen Erwartungsbild entspricht, muss in den USA mit Problemen rechnen.

Besonders für trans* Frauen ist der öffentliche Raum zunehmend gefährlich. Trans* Frauen droht eine Gefängnisstrafe, wenn sie in Florida ein Damen-WC aufsuchen. In Kansas wurden die Führerscheine von trans* Personen ohne Ankündigung für ungültig erklärt. Hinzu kommen Eingriffe in Ausweisdokumente, etwa wenn Bundesstaaten wie Texas den Geschlechtseintrag auf Führerscheinen nicht mehr anpassen wollen. Einige trans* Personen verlassen die USA oder suchen Zuflucht in Städten, die sich zu „Sanctuary Cities“ erklären. Die Trump-Administration hat kürzlich die neue Antiterror-Richtline erweitert und nimmt nun auch die „pro-transgender ideology“ in den Fokus.

LSVD⁺-Bundesverband

Pressekontakt

Pressesprecher*in Kerstin  Thost

LSVD⁺-Bundesverband 
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10119 Berlin 

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Fax: (030) 78 95 47 79
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zuständiges Vorstandsmitglied

Julia Monro