Agenda für Vielfalt beschlossen - Aktionsplan Queer ohne Plan
LSVD+ Bayern kritisiert fehlende Finanzierung und Projekte statt Strategie

Der LSVD+ Verband Queere Vielfalt in Bayern begrüßt, dass die Bayerische Staatsregierung heute eine sogenannte „Bayerische Agenda für Vielfalt und gegen Ausgrenzung“ beschlossen hat. Der seit 2023 angekündigte „Bayerische Aktionsplan Queer“ soll Teil dieser Agenda sein. Seit heute steht allerdings fest, dass sich die Umsetzung zunächst auf bestehende Projekte und kaum zusätzliche Mittel für weitere Maßnahmen beschränkt. Der Verband kündigt eine sorgfältige Prüfung an.
„Die Staatsregierung präsentiert uns zum Pride Month einen Aktionsplan, der noch keiner ist. Statt einer umfassenden Strategie werden bestehende Projektförderungen als Plan deklariert. Es besteht die Gefahr, dass zentrale Forderungen in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Familie, Antidiskriminierung und Sicherheit gar nicht umgesetzt werden. Dafür ist die aktuelle Sicherheitslage für queere Menschen zu ernst. Steigende Hassgewalt auf den Straßen, massenhafte Bedrohungen im Netz und tägliche Diskriminierungserfahrungen in Schulen, Gesundheitswesen oder am Arbeitsplatz: Was wir brauchen, ist mehr politisches Handeln und weniger Versprechungen. Bayern muss mehr in Sicherheit, Gewaltprävention, queere Bildung und Gesundheit investieren. Wir werden deshalb sorgfältig prüfen, welche Maßnahmen auf die Ankündigungen der Staatsregierung tatsächlich folgen und wie die Beteiligung der Community bei der weiteren Umsetzung sichergestellt wird.“, erklärt Markus Apel, Vorstand des LSVD+ Bayern.
Laut Staatsregierung stehen im Jahr 2026 1,1 Mio. Euro und im Jahr 2027 1,66 Mio. Euro für die Umsetzung zur Verfügung. Diese Mittel setzen sich allerdings auch aus der Förderung bereits laufender Beratungs- und Unterstützungsangebote zusammen.
Der Verband stellt klar, dass eine Strategie gegen Queerfeindlichkeit auch politische Konsequenzen innerhalb der Staatsregierung haben muss. Dazu gehört, dass politische Angriffe auf die Gesundheitsversorgung von trans* Personen und das Selbstbestimmungsgesetz, sowie Regenbogenfamilien und queere Menschen insgesamt beendet werden.
Weiterlesen:
- Bayern hat noch keinen Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit
- Zivilgesellschaftlicher Maßnahmenkatalog für einen Bayerischen Aktionsplan Queer
- Dokumentationsband zum Beteiligungsverfahren des StMAS
- Nur rund 10 Prozent Queerfeindlichkeit in Bayern erfasst
- Queerfeindliche Gewalt: Angriffe auf LSBTIAQ* in Deutschland
- Bericht aus der Kabinettssitzung vom 16. Juni 2026
LSVD⁺ Bayern
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Pressesprecher*in Markus Apel
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