Menu
Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Starke Partnerschaft gegen Hass im Netz: QueerSafe Berlin kooperiert mit HateAid

Neue Zusammenarbeit stärkt die Unterstützung queerer Menschen, die von digitaler Gewalt betroffen sind

Pressemitteilung vom 07.08.2026

Berlin, 7.8.2026 – Die Fachstelle QueerSafe Berlin des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg und HateAid bündeln ihre Kompetenzen und setzen sich gemeinsam gegen digitale Gewalt und für Demokratie sowie Menschenrechte ein. Ziel der Kooperation ist es, queere Menschen, die von Hass, Bedrohungen oder Diskriminierung im digitalen Raum betroffen sind, noch schneller und wirksamer zu unterstützen.
 
Digitale Gewalt gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, nichtbinbäre, intergeschlechtliche und weitere queere Menschen nimmt seit Jahren zu. Hasskommentare, Bedrohungen, Outing, Doxxing, Gewalt und Übergriffe nach Sexdates, oder gezielte Desinformationskampagnen führen häufig dazu, dass sich Betroffene aus sozialen Netzwerken oder der öffentlichen Debatte zurückziehen. Die neue Kooperation schafft hierfür ein eng abgestimmtes Unterstützungsangebot.

Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt QueerSafe Berlin die spezialisierte Beratung und Begleitung queerer Betroffener digitaler Gewalt. HateAid und QueerSafe Berlin werden ihre Beratungsangebote eng verzahnen und Betroffene – selbstverständlich nur mit deren Einverständnis – an die jeweils passende Anlaufstelle weitervermitteln. So erhalten Ratsuchende schnell Zugang zu der Unterstützung, die sie benötigen – von psychosozialer Beratung über rechtliche Begleitung bis hin zu konkreten Maßnahmen gegen digitale Angriffe.
 
Im Rahmen der engen Kooperation zwischen QueerSafe und HateAid weisen wir zudem auf die Trusted-Flagger-Tätigkeit von HateAid hin. Als qualifizierte und vertrauenswürdige Hinweisgeberin nach dem Digital Services Act (DSA) ist HateAid von der Bundesnetzagentur dafür zertifiziert, rechtswidrige Inhalte an Plattformen zu melden. Plattformen müssen diese Meldungen vorrangig und unverzüglich bearbeiten. Auch Betroffene von queerfeindlicher Gewalt im Internet profitieren so von einer schnelleren Prüfung und möglichen Entfernung rechtswidriger Inhalte – eine wichtige Entlastung in solchen Situationen.
 
Digitale Gewalt trifft queere Menschen besonders häufig und hat oft gravierende Folgen für ihre Sicherheit, ihre Sichtbarkeit und ihre gesellschaftliche Teilhabe. Mit HateAid gewinnen wir eine starke Partnerorganisation, die unsere Arbeit ideal ergänzt. Gemeinsam können wir Betroffene noch wirksamer unterstützen und dafür sorgen, dass Hass im Netz nicht unwidersprochen bleibt“, sagt Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg.
 
Anna-Lena von Hodenberg, Co-Geschäftsführerin von HateAid, ergänzt:
"Digitale Gewalt ist kein abstraktes Problem. Sie zerstört Leben, zermürbt und raubt Menschen ihre Stimme. Doch heute sagen wir: Nicht mit uns. Gemeinsam mit HateAid stehen wir an der Seite derer, die angegriffen werden, und geben ihnen zurück, was ihnen genommen wurde: Sicherheit, Würde und die Kraft, sich Gehör zu verschaffen. Der Rechtsstaat muss endlich durchgreifen und konsequente Strafverfolgung, flächendeckende Beratungsstrukturen und vor allem die Regulierung von Sozialen Medien durchsetzen."
 
Über HateAid
HateAid ist eine gemeinnützige Organisation, die Menschen unterstützt, die von digitaler Gewalt betroffen sind. Neben Beratung und Prozesskostenfinanzierung setzt sich HateAid für die konsequente Durchsetzung der Rechte Betroffener sowie für bessere gesetzliche Rahmenbedingungen gegen digitale Gewalt ein. Seit 2025 ist HateAid von der Bundesnetzagentur als Trusted Flagger nach dem Digital Services Act anerkannt.
 
Über QueerSafe Berlin
QueerSafe Berlin ist die Fachstelle des LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg für digitale Gewalt gegen queere Menschen. Die Fachstelle berät Betroffene psychosozial und rechtlich, begleitet bei Strafanzeigen und zivilrechtlichen Schritten, unterstützt im Umgang mit Online-Plattformen und entwickelt Präventions- und Bildungsangebote zur Bekämpfung digitaler Gewalt.

LSVD⁺ Berlin-Brandenburg

Pressekontakt

Pressesprecher*in Florian  Winkler-Schwarz

LSVD Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg e.V.
Feurigstraße 54
10827 Berlin

Tel.: 030 – 75 43 7700
E-Mail: presse@lsvd.berlin