Queere Menschen in BW und RLP bekommen erstmals eine Vertretung im SWR-Rundfunkrat
Angemessene Repräsentation und Beteiligung

Mit dem neuen SWR-Rundfunkrat, der Ende September seine Arbeit aufnimmt, wird es erstmals einen Selbstvertretungssitz für queere Bürger*innen geben. Die Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt werden künftig gemeinsam den Sitz im Rundfunkrat des Südwestrundfunks wahrnehmen.
Benannt wurde die langjährige Aktivistin und Autorin Janka Kluge aus Stuttgart. Als Vertretung konnte Moderator*in und Künstler*in Janboris Ann-Kathrin Rätz aus Mainz gewonnen werden.
„Öffentlich-rechtliche Medien tragen eine besondere Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Vielfalt. Mit der gemeinsamen Vertretung im neuen Rundfunkrat wollen wir sicherstellen, dass queere Perspektiven im Südwesten fest verankert sind und in die Programmgestaltung einfließen“, erklärt Ulrike Goth aus dem Landesvorstand des LSVD⁺ in Baden-Württemberg.
„Queere Sichtbarkeit in den Medien kann Vorurteile und Feindlichkeiten abbauen. Wir wollen im Rundfunkrat mit dafür sorgen, dass queere Themen differenziert, respektvoll und vielfältig dargestellt werden – jenseits von Klischees und Polarisierung“, ergänzt Joachim Schulte aus dem Landesvorstand des LSVD⁺ in Rheinland-Pfalz.
Im Gegensatz zu anderen gesellschaftlichen Gruppen sind queere Menschen in vielen Aufsichtsgremien deutscher Medienhäuser nicht vertreten. Im Südwestrundfunk wird sich das nun ändern – nach jahrelangem Engagement aus der Zivilgesellschaft. Mit dem neuen SWR-Staatsvertrag wurde erstmals ein Selbstvertretungssitz für LSBTIAQ* im SWR-Rundfunkrat geschaffen. Damit folgen die beiden Landesregierungen und der Sender dem Grundsatz der Vielfaltssicherung, wie ihn das Bundesverfassungsgericht bereits 2014 im Urteil zum ZDF-Staatsvertrag formuliert hat. Dort heißt es, die Zusammensetzung der Rundfunkgremien müsse Personen mit „möglichst vielfältigen Perspektiven und Erfahrungshorizonten aus allen Bereichen des Gemeinwesens“ zusammenführen. Die Amtsperiode des neuen SWR-Rundfunkrats geht bis 2031. Alle Informationen zu seiner Arbeit hier.
Hintergrund
In der Medienberichterstattung über lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und intergeschlechtliche, a_spec sowie weitere queere Menschen (LSBTIAQ*) hat sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert. Während viele Redaktionen seriös und differenziert berichten, werden queere Themen in manchen Medien jedoch weiterhin verzerrt, sensationalistisch oder gar abwertend behandelt. Mit einer starken queeren Stimme im Rundfunkrat soll diese Perspektive künftig systematisch gestärkt werden.
Das Bundesverfassungsgericht hat 2014 entschieden, dass die Zusammensetzung von Rundfunkräten dem Prinzip der Vielfaltsicherung entsprechen muss (BVerfG, 1 BvF 1/11). Seitdem haben mehrere Rundfunkanstalten ihre Gremien reformiert. 2015 war eine Kampagne des LSVD⁺ erfolgreich, die zu einem Sitz im ZDF-Fernsehrat führte.
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LSVD⁺ Rheinland-Pfalz
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Pressesprecher*in Landesvorstand des LSVD⁺ Rheinland-Pfalz
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