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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Zivilgesellschaft unter Druck: Zusammenhalt jetzt!

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Pressemitteilung vom 11.09.2026

Berlin, 11.09.2026. Die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben die queeren Communitys und die demokratische Zivilgesellschaft erschüttert. Es droht eine Verschärfung der bereits schwierigen Situation für queere und andere marginalisierte Menschen. Der LSVD⁺ ruft zur Unterstützung lokaler Organisationen und gruppenübergreifendem Zusammenhalt auf. Dazu erklärt Alva Träbert aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt:

Am vergangenen Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt haben wir einen historischen Dammbruch erlebt. Zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik ist eine vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Landespartei der politischen Macht so nah. Obwohl Fragen wie die Besetzung der Ministerpräsidentschaft noch offen sind, berichteten Menschen aus Sachsen-Anhalt bereits von einer deutlich spürbaren Veränderung im gesellschaftlichen Klima. Menschenfeindliche Positionen sind nicht nur denkbarer geworden, sie werden längst auch offen und unverhohlen unterstützt. Unsere mühsam errungenen Menschenrechte für LSBTIAQ* werden bereits jetzt nicht nur ständig in Frage gestellt, sondern aktiv bedroht.

Für viele queere, aber auch rassifizierte, migrantisierte Menschen oder Menschen mit Behinderung gehören wachsende Unsicherheit, Ablehnung und zunehmend offener Hass zum Alltag – in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus. Nicht erst seit Sonntag fragen wir uns: Wo und wie können wir ohne Ausgrenzung, Bedrohung und Verfolgung sicher wir selbst sein? Aus unserer Geschichte wissen wir, wie schnell erkämpfte Rechte und Freiheiten uns wieder genommen werden können, und welche vernichtenden Folgen das haben kann. Wir wissen, dass viele von uns schlichtweg nicht die Möglichkeit haben, im Alltag weniger sichtbar, weniger angreifbar zu sein. Und wir wissen, dass aus Angst gewählte Unsichtbarkeit unsere Lebensfreude, unsere Würde und unsere Gemeinschaften zermürbt, uns aber im Zweifel nicht schützt. Wir bleiben sichtbar, wir bleiben laut und wir stehen dabei Schulter an Schulter.

Politischer Wandel kann nur gelingen, wenn wir als demokratische Zivilgesellschaft wirklich zusammenrücken: über die Grenzen unserer eigenen Erfahrungen hinaus. Viele von uns haben bereits jahrzehntelange Erfahrung darin, andere suchen zum ersten Mal nach Wegen, dem Rechtsruck etwas entgegenzusetzen. Es braucht uns alle. Organisiert euch lokal und deutschlandweit in Verbänden und Vereinen. Unterstützt die Organisationen durch eine Mitgliedschaft oder finanziell, in denen ihr euch als LSBTIAQ* wertgeschätzt, unterstützt und geschützt fühlt. Teilt eure Ressourcen und eure Plattform mit Initiativen gegen Rassismus, gegen Ableismus, für reproduktive Selbstbestimmung, für sichere Fluchtwege. Setzt euch immer wieder aufs Neue mit unserer gemeinsamen deutschen Geschichte auseinander. Es ist an uns allen, eine vielfältige demokratische Gesellschaft zu gestalten und zu verteidigen, füreinander zu sorgen und für unsere Rechte und die unserer Mitmenschen einzustehen.

Wir bleiben sichtbar. Wir bleiben solidarisch. Und wir bleiben laut. Jetzt erst recht!

Es gibt zahllose Organisationen, die in diesen Tagen eure Unterstützung brauchen. Hier sind einige
Beispiele:

  • Sachsen-Anhalt. Weltoffen!
  • Mobile Opferberatung Sachsen-Anhalt für Betroffener, rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
  • Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt
  • AWO Sachsen-Anhalt
  • Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA)
  • Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)
  • Lambda Mitteldeutschland
  • Landesverband LSVD⁺ Sachsen-Anhalt

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LSVD⁺-Bundesverband

Pressekontakt

Pressesprecher*in Kerstin  Thost

LSVD⁺-Bundesverband 
Hauptstadtbüro
Almstadtstraße 7
10119 Berlin 

Tel.: (030) 78 95 47 78
Fax: (030) 78 95 47 79
E-Mail: presse@lsvd.de

zuständiges Vorstandsmitglied

Alva Träbert