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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Aktuelle Umfragen zu LSBTI

Forschungsvorhaben und Studien

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland, ebenso zu Diskriminierung und LSBTI-Feindlichkeit. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Hier veröffentlichen wir aktuelle Umfragen, in denen Daten für wissenschaftliche Zwecke erhoben werden (etwa für Bachelor- bzw. Masterarbeiten oder Forschungsprojekte). Bitte beachten Sie: Wir können nicht immer Inhalt, Zielsetzung und methodische/sprachliche Konstruktion detailliert prüfen - bitte wenden Sie sich daher, wenn Sie Anmerkungen haben, direkt an die Autor*innen des jeweiligen Forschungsvorhabens.

Alternative Familienformen - qualitative Interviewstudie mit einer Queerfamilie zum Erleben von Elternschaft (Januar 2022)

  • Suche nach Familienkonstellationen aus lesbischem und schwulem Paar, die gemeinsam im Sinne von Co-Parenting eine Familie bilden für Interviews
  • Es soll ein kurzes Gruppen-Interview und, wenn möglich, vier Einzel-Interviews geben.
  • im Rahmen einer Bachelor-Arbeit an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe
  • Kontakt: jasmin.unterweger@stud.ph-karlsruhe.de

„Homofeindlichkeit im Fußball“: Eine Studie aus Fan-Perspektive (von Dezember 2021)

  • Umfrage zur Erfassung des Status Quo und möglichen Maßnahmen, um Vielfalt noch stärker in den Fokus zu rücken.
  • Wie schätzen die Fußballfans die Lage ein und wie stünden sie einem Coming-Out eines
    Bundesligaprofis gegenüber? Was kann der Fußball tun, um Homofeindlichkeit zu 
    bekämpfen?
  • Gemeinsame Studie von FanQ-Die Voting-Plattform für Fußballfans und dem LSVD

Psychisches Wohlbefinden von LGBTQ+ Menschen mit Migrationshintergrund

Regenbogenfamilien in Deutschland

  • gleichgeschlechtliche Elternpaare für Interview gesucht im Rahmen einer Soziologie-Masterarbeit an der TU-Darmstadt
  • Thema: Aufgabenteilung der Erwerbs-, Haushalts- und Familienarbeit bei gleichgeschlechtlichen Elternpaaren
  • Die Interviews würden Ende Januar bis Mitte März 2022 stattfinden.
  • Kontakt: Regenbogen-Forschung@web.de

GeLebT: Gesundheitsförderung in Lebenswelten von Trans* Menschen

  • Suche nach Interviewpartner*innen im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in Kooperation mit der Europa-Universität Flensburg
  • Ziel des 3-jährigen Projektes ist es, zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und der Gesundheitsförderung von Trans* Menschen in Deutschland beizutragen.
  • Die Einzelinterviews werden von wissenschaftlichen Mitarbeitenden geführt, die sich selbst als Trans* verstehen, sich selbst auch in queeren und Trans* Community-Zusammenhängen engagieren und zum Kernteam des Forschungsprojekts zählen. 
  • von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gefördert
  • Fragen, Anmerkungen und/oder Wünsche gerne an gelebt@haw-hamburg.de

Lesbische, schwule und bisexuelle Personen und Personen, die polyamor leben

Gesundheitsbezogene Lebensqualität von Lesben, Schwulen und Bisexuellen (LGB)

  • Online-Umfrage im Rahmen einer Masterarbeit der Universität Wien im Bereich der klinischen Psychologie
  • Die Untersuchung soll einen Beitrag dazu leisten, über Folgen von Diskriminierung sowie über die Wichtigkeit unterstützender Faktoren aufzuklären.
  • Die Bearbeitung des Fragebogens wird etwa 15-25 Minuten in Anspruch nehmen.
  • Kontakt: Lina Katt: a01447341@unet.univie.ac.at

Wahrnehmung der öffentlichen Unterstützung der LGBTQ+ Community durch Marken

  • Online-Umfrage im Rahmen einer Masterarbeit an der HWR Berlin
  • Thema "Markenauthentizität - wie wird die öffentliche Unterstützung der LGBTQ+ Community durch Marken wahrgenommen und welche Folgen für das Markenbild können daraus entstehen?"
  • Die Befragung dauert ca.10 Minuten.

Erfahrungen mit und Folgen von (Cyber)Mobbing

Soziale Exklusionserfahrungen, individuelle Ursachenzuschreibungen sowie Folgen für betroffene Personen (SoEx-Studie)

Hintergrund und Forderungen des LSVD

Der 2017 von der Bundesregierung verabschiedete „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus – Positionen und Maßnahmen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und den darauf bezogenen Diskriminierungen“ (NAP) ist in weiten Teilen bloße beschönigende Rückschau. Als eine der wenigen konkreten Maßnahmen verspricht die Bundesregierung dort auf Seite 38: „Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden. Fragen der Emanzipation und Gleichstellung von LSBTI müssen in der Forschung einen angemessenen Stellenwert finden, ebenso die Problemkreise Homosexuellen- und Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung.“

In ihrem Koalitionsvertrag von 2018 hat die jetzige Bundesregierung klar gestellt: "Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form. Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle wird fortgesetzt. Entsprechende Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln." - Damit ist für uns klar, dass auch der NAP samt der dort verabredeten Vorhaben weiterhin seine Gültigkeit besitzt. Allerdings wird das von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek ignoriert. Stattdessen ist Karliczek in ihrer Amtszeit nur für ihre Ressentiments gegen Regenbogenfamilien aufgefallen.

Die Vermittlung von Informationen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität muss darüberhinaus ein selbstverständlicher Bestandteil der Studiengänge und Lehrinhalte werden. Die entsprechenden Studienordnungen sind dahingehend zu ändern und zu ergänzen.

Immer noch versuchen manche Forscher*innen aus den Bereichen Biologie, Medizin oder Genetik eine „Ursache“ für die Entstehung von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu finden. Es ist absurd, etwas so Komplexes wie die menschliche Liebesfähigkeit oder die geschlechtliche Identität monokausal auf genetisch-biologische Ursachen zurückführen zu wollen. Wir halten solche Ursachenforschung im Ansatz für verfehlt, denn in der Fragestellung schwingt immer ein „Unwerturteil“ mit. Für eine freie, offene Gesellschaft sollte die Existenz von Homo-, Bi- oder Heterosexualität nicht erklärungsbedürftig sein, ebenso wenig die von Trans- oder Intergeschlechtlichkeit.

Viel spannender ist die Frage, wie Homophobie und Transfeindlichkeit entstehen und warum sie sich hartnäckig halten. Wir fordern eine umfassende interdisziplinäre Erforschung der Abwehr, Feindlichkeit und Gewalt gegen LSBTI. Die im Alltag ablaufenden Prozesse, die zu Stigmatisierungen führen sowie die Formen struktureller Diskriminierung und ihrer Auswirkung auf die betroffenen Menschen erfordern intensive Untersuchung. Dabei ist die bislang nur marginal staatlich unterstützte Forschung über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von LSBTI-Feindlichkeit zu fördern, um unter Hinzuziehung von Expert*innen in eigener Sache Gegenstrategien optimieren zu können.