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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Aktuelle Umfragen zu LSBTI

Forschungsvorhaben und Studien

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland, ebenso zu Diskriminierung und LSBTI-Feindlichkeit. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Hier veröffentlichen wir aktuelle Umfragen, in denen Daten für wissenschaftliche Zwecke erhoben werden (etwa für Bachelor- bzw. Masterarbeiten oder Forschungsprojekte). Bitte beachten Sie: Wir können nicht immer Inhalt, Zielsetzung und methodische/sprachliche Konstruktion detailliert prüfen - bitte wenden Sie sich daher, wenn Sie Anmerkungen haben, direkt an die Autor*innen des jeweiligen Forschungsvorhabens.

Väter-Projekt "You don't need to be Superheroes": Einblicke in die vielfältigen Lebenslagen von Vätern

  • Anonyme Onlineumfrage im Rahmen eines Projekts vom Lehrstuhl Arbeit und Organisation am Institut für Soziologie an der TU Braunschweig
  • Themen: Vorstellungen von Vaterschaft, mögliche Praktiken zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die individuellen Herausforderungen von Vätern
  • Die Umfrage dauert ca. 10 Minuten 
  • Kontakt für weitere Frage oder Anmerkungen

Kommunikationsmaßnahmen in der Gay und Lesbian Community

  • Anonyme Onlineumfrage im Rahmen einer Bachelorarbeit in der Betriebswirtschaft an der Hochschule Bremen.
  • Das Ziel dieser Forschung ist es herauszufinden, welche Art von Marketing Kommunikation in der LGBTQ-Community, besonders in der Gay und Lesbian Community, bevorzugt wird.
  • Die Umfrage dauert ca. 5 - 10 Minuten Ihrer Zeit.
  • Für weitere Frage oder Anmerkungen: mpratiwi@stud.hs-bremen.de

Psychische Gesundheit von homo-, bi- und pansexuellen Männern

  • Onlineumfrage der Arbeitseinheit für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Universität des Saarlandes
  • In einer ersten Studie werden zunächst Daten von homo-, bi-, pan- und heterosexuellen (cis-)Männer erhoben und die Gruppen hinsichtlich verschiedener Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit verglichen.
  • Weitere Erhebungen mit cis Frauen, trans*- und non-binären Personen sind im Anschluss geplant.
  • Ziel der Studie ist es, die psychischen Auswirkungen von Diskriminierung aufzuzeigen und Implikationen für die Psychotherapie abzuleiten sowie eine Sensibilisierung von Psychotherapeut*innen bezüglich Diskriminierungsformen zu schaffen.
  • Die Befragung wird etwa 45-60 Minuten dauern. 

Chems, Queere Identität, Scham und Sexualerleben

  • Onlineumfrage im Rahmen einer Studie eines Zusammenschlusses von Fachärzt*innen, Psycholog*innen und Promotionsstudierenden in Kooperation mit dem Gender Studies Lehrstuhl der LMU
  • Ziel dieser Studie ist es mithilfe psychologischer Fragebögen zu untersuchen, ob sich Proband*innen mit Chemsex-Aktivität in gewissen Aspekten unterscheiden von Proband*innen ohne Chemsex-Aktivität. Zusätzlich soll untersucht werden, ob die sexuelle Orientierung in einem Zusammenhang mit dem Schamempfinden, Sexualerleben und Konsummuster steht.
  • Die Beantwortung dauert voraussichtlich 20 Minuten.
  • Bei Fragen, Anmerkungen oder Kritik zur Studie: psy.chsx@med.uni-muenchen.de

Folgen von Chemsex und Substanzgebrauch

  • Hat Drogenkonsum Auswirkungen auf Sexualität von Männern, die Sex mit Männern haben, und wenn ja, welche?
  • Onlineumfrage im Rahmen eines Masters der klinischen Psychologie zusammen mit der Charité Berlin
  • Ziel der Studie ist auch Stigmatisierung zu durchbrechen und zur Aufklärung beizutragen
  • Langfristiges Ziel ist dann, Angebote für die Betroffenen zu schaffen, falls es relevante Auswirkungen gibt. 
  • Umfrage, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, die 20-25 Min in Anspruch nimmt

„Homo-, bisexuell und rechtskonservativ: vereinbar oder widersprüchlich? Homo- und bisexuelle AfD- Sympathisanten, Unterstützer und Wähler“

  • durch welche Programmpunkte fühlen sich Homo- und Bisexuelle in der AfD-Politik aufgehoben, welche vermittelten Ansichten der AfD-Partei sind für sie identitätsstiftend. Auch das Thema der symbolischen (kulturellen, sozialen, individuellen) Grenzen zwischen dem Eigenen/Vertrauten und dem Fremden/Bedrohlichen und deren Manifestation durch politische Zugehörigkeit wird berücksichtigt
  • anonyme Online-Umfrage im Rahmen einer Forschung in der Sozial- und Kulturanthropologie im Master an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main
  • gesucht werden auch Interessierte für Interviews: maryna.natkhir@gmail.com

Partnerschaft und Karriere bei gleichgeschlechtlichen Paaren

Hintergrund und Forderungen des LSVD

Der 2017 von der Bundesregierung verabschiedete „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus – Positionen und Maßnahmen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und den darauf bezogenen Diskriminierungen“ (NAP) ist in weiten Teilen bloße beschönigende Rückschau. Als eine der wenigen konkreten Maßnahmen verspricht die Bundesregierung dort auf Seite 38: „Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden. Fragen der Emanzipation und Gleichstellung von LSBTI müssen in der Forschung einen angemessenen Stellenwert finden, ebenso die Problemkreise Homosexuellen- und Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung.“

In ihrem Koalitionsvertrag von 2018 hat die jetzige Bundesregierung klar gestellt: "Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form. Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle wird fortgesetzt. Entsprechende Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln." - Damit ist für uns klar, dass auch der NAP samt der dort verabredeten Vorhaben weiterhin seine Gültigkeit besitzt. Allerdings wird das von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek ignoriert. Stattdessen ist Karliczek in ihrer Amtszeit nur für ihre Ressentiments gegen Regenbogenfamilien aufgefallen.

Die Vermittlung von Informationen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität muss darüberhinaus ein selbstverständlicher Bestandteil der Studiengänge und Lehrinhalte werden. Die entsprechenden Studienordnungen sind dahingehend zu ändern und zu ergänzen.

Immer noch versuchen manche Forscher*innen aus den Bereichen Biologie, Medizin oder Genetik eine „Ursache“ für die Entstehung von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu finden. Es ist absurd, etwas so Komplexes wie die menschliche Liebesfähigkeit oder die geschlechtliche Identität monokausal auf genetisch-biologische Ursachen zurückführen zu wollen. Wir halten solche Ursachenforschung im Ansatz für verfehlt, denn in der Fragestellung schwingt immer ein „Unwerturteil“ mit. Für eine freie, offene Gesellschaft sollte die Existenz von Homo-, Bi- oder Heterosexualität nicht erklärungsbedürftig sein, ebenso wenig die von Trans- oder Intergeschlechtlichkeit.

Viel spannender ist die Frage, wie Homophobie und Transfeindlichkeit entstehen und warum sie sich hartnäckig halten. Wir fordern eine umfassende interdisziplinäre Erforschung der Abwehr, Feindlichkeit und Gewalt gegen LSBTI. Die im Alltag ablaufenden Prozesse, die zu Stigmatisierungen führen sowie die Formen struktureller Diskriminierung und ihrer Auswirkung auf die betroffenen Menschen erfordern intensive Untersuchung. Dabei ist die bislang nur marginal staatlich unterstützte Forschung über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von LSBTI-Feindlichkeit zu fördern, um unter Hinzuziehung von Expert*innen in eigener Sache Gegenstrategien optimieren zu können.