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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Aktuelle Umfragen zu LSBTI

Forschungsvorhaben und Studien

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland, ebenso zu Diskriminierung und LSBTI-Feindlichkeit. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Hier veröffentlichen wir aktuelle Umfragen, in denen Daten für wissenschaftliche Zwecke erhoben werden (etwa für Bachelor- bzw. Masterarbeiten oder Forschungsprojekte). Bitte beachten Sie: Wir können nicht immer Inhalt, Zielsetzung und methodische/sprachliche Konstruktion detailliert prüfen - bitte wenden Sie sich daher, wenn Sie Anmerkungen haben, direkt an die Autor*innen des jeweiligen Forschungsvorhabens.

Kreuz und Queer! (Mai 2022)

  • Onlineumfrage im Rahmen einer forschungsorientierten Vertiefung der Sozialpsychologie als Teil des Psychologiestudiums an der Universität Kiel
  • Worum geht es? Wir untersuchen das emotionale Erleben in bestimmten Konfliktsituationen
  • Wer kann mitmachen? Alle Personen, die sich als homo- oder bisexuell identifizieren und mindestens 18 Jahre alt sind
  • Bearbeitungdauer ca. 15 min.

Mikroaggressionen gegenüber LGBTQ+-Mitarbeitenden (Mai 2022)

  • Onlineumfrage im Rahmen einer Studienabschlussarbeit an der Hochschule München
  • Thema: Diskriminierung am Arbeitsplatz, im speziellen Mikroaggressionen gegenüber LGBTQ+-Mitarbeitenden, sowie die wahrgenommene Wirksamkeit und Zielführung/-erfüllung von bestehenden Maßnahmen und Initiativen zum Schutz dieser Mitarbeitenden im Unternehmen.
  • Die Umfrage richtet sich daher an alle berufstätigen Personen (z.B. Vollzeit/-Teilzeitkräfte, Arbeitnehmer:innen, Werkstudent:innen, Praktikant:innen, Auszubildende, Mini-Jobber:innen, o.ä.) die sich dem LGBTQ+-Spektrum zugehörig fühlen.
  • Die Bearbeitungsdauer liegt bei ca. 5-8 Minuten

Wohlbefinden homosexueller Menschen nach ihrem Outing (Mai 2022)

  • Onlineumfrage im Rahmen einer Bachelorarbeit
  • Befragung dauert ca. 5-8 Minuten

Einfluss der sexuellen Orientierung auf die unternehmerische Absicht (Mai 2022)

  • Online-Umfrage im Rahmen einer Masterarbeit am Lehrstuhl für Entrepreneurship an der Universität Hohenheim 
  • Fragestellung: Inwieweit wirkt sich sexuelle Orientierung (LGB = Lesbisch, Schwul, Bisexuell) auf die unternehmerische Absicht im Vergleich zu Heterosexuellen aus, welchen Einfluss haben Diskriminierung und Community-Zugehörigkeit?
  • Die Beantwortung der Fragen wird etwa 10 Minuten in Anspruch nehmen.
  • Kontakt: melvin.rohn@uni-hohenheim.de

Zeitgenössische Diskriminierung weiblicher Homosexualität in Deutschland (Mai 2022)

  • Suche nach Interviewpartnerinnen für Masterarbeit mit dem Thema „Zeitgenössische Diskriminierung weiblicher Homosexualität in Deutschland“ im Rahmen eines Masterstudiengangs Geschlecht und Gleichstellungspolitik an der Universität Valencia
  • persönliches Anschreiben der Studentin Leonie Schmid
  • persönlich oder per Skype
  • Kontakt: lmschmid92@gmail.com

Corona-Maßnahmen und queeres Leben (April 2022)

  • Suche nach Interviewpartner*innen im Rahmen einer Masterarbeit in den Politikwissenschaften an der Universität Wien
  • Fragestellung: Was die Corona-Maßnahmen der vergangenen zwei Jahre in Deutschland für die persönlichen Beziehungen von queeren Menschen bedeutet haben. Fokus der Arbeit sind sexuelle, romantische und familiäre Beziehungen.
  • Suche nach Gesprächspartner*innen, die sich als queer identifizieren, zwischen Frühjahr 2020 und Ende 2021 in einer dieser Formen von Beziehung gelebt haben/leben und in diesem Zeitraum in Deutschland wohnhaft waren. Welche Beziehungen und Kontakte darunter verstanden werden, obliegt der Definition der jeweiligen Personen.
  • Das Interview ist ein narratives Interview. Das heißt, es wird recht frei von den eigenen Erfahrungen erzählt. In etwa würde das Ganze eine Stunde dauern und per Zoom durchgeführt werden. Der ideale Zeitraum für die Gespräche wäre im Mai und Juni 2022. Die interviewten Personen werden nachträglich anonymisiert.
  • Bei Interesse oder Nachfragen gerne eine Mail an: winter_lisa@yahoo.de

Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Teilhabe: LGTBQIA+. Wahrnehmen. Erleben, Wissenschaft (April 2022)

  • Online-Umfrage im Rahmen einer Masterarbeit im Fach Psychologie an der Technischen Universität Dresden
  • Wie beeinflussen sprachliche Formulierungen in Bezug auf Berufe, die Wahrnehmung und das Erleben dieser Berufe?
  • In der Umfrage werden keine personenbezogenen Daten erhoben, weswegen Jugendliche ab 15 Jahren teilnehmen dürfen
  • Die Bearbeitungsdauer dieser Umfrage beträgt etwa 10-15 Minuten.

Entschädigungen für Gewalt im Rahmen des TSG („Transsexuellengesetz“) oder des § 175 StGB (März 2022)

+++Suche nach Gesprächspartner*innen für Masterarbeit+++

Für meine Masterarbeit suche ich nach queeren Menschen, die Entschädigungen fordern für Gewalt im Rahmen des TSG („Transsexuellengesetz“) oder des § 175 StGB (der Homosexualität bis 1994 kriminalisiert hat). Mich interessiert dabei besonders, wie die Forderungen nach Entschädigung materielle und symbolisch Aspekte miteinander verknüpfen und wie die Aktivist*innen/Betroffenen selbst sich in der Debatte mit staatlichen Institutionen positionieren. Das Gespräch kann per Telefon oder online per Zoom, Skype etc. stattfinden oder in echt.

Kurz zu mir: Ich studiere momentan im 4. Semester einen Master in Gender Studies an der Universität Utrecht in den Niederlanden. Nebenbei bin ich als Journalistin und Bildungsreferentin tätig, vor allem im Bereich Podcasting (im letzten Jahr ist der Podcast Drag Stories, der die Geschichten von Dragperformer*innen weltweit erzählt, erschienen). Ich bin eine weiße queere cis Frau.

Ich würde mich extrem freuen, wenn es die Möglichkeit gäbe zum Dialog, unter Umständen auch über das Rechercheprojekt hinaus. Bei Interesse und Rückfragen meldet euch gerne per Mail unter p.c.c.kreuzer@students.uu.nl 

Alternative Familienformen - qualitative Interviewstudie mit einer Queerfamilie zum Erleben von Elternschaft (Januar 2022)

  • Suche nach Familienkonstellationen aus lesbischem und schwulem Paar, die gemeinsam im Sinne von Co-Parenting eine Familie bilden für Interviews
  • Es soll ein kurzes Gruppen-Interview und, wenn möglich, vier Einzel-Interviews geben.
  • im Rahmen einer Bachelor-Arbeit an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe
  • Kontakt: jasmin.unterweger@stud.ph-karlsruhe.de

„Homofeindlichkeit im Fußball“: Eine Studie aus Fan-Perspektive (von Dezember 2021)

  • Umfrage zur Erfassung des Status Quo und möglichen Maßnahmen, um Vielfalt noch stärker in den Fokus zu rücken.
  • Wie schätzen die Fußballfans die Lage ein und wie stünden sie einem Coming-Out eines
    Bundesligaprofis gegenüber? Was kann der Fußball tun, um Homofeindlichkeit zu 
    bekämpfen?
  • Gemeinsame Studie von FanQ-Die Voting-Plattform für Fußballfans und dem LSVD

Soziale Exklusionserfahrungen, individuelle Ursachenzuschreibungen sowie Folgen für betroffene Personen (SoEx-Studie)

Hintergrund und Forderungen des LSVD

Der 2017 von der Bundesregierung verabschiedete „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus – Positionen und Maßnahmen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und den darauf bezogenen Diskriminierungen“ (NAP) ist in weiten Teilen bloße beschönigende Rückschau. Als eine der wenigen konkreten Maßnahmen verspricht die Bundesregierung dort auf Seite 38: „Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden. Fragen der Emanzipation und Gleichstellung von LSBTI müssen in der Forschung einen angemessenen Stellenwert finden, ebenso die Problemkreise Homosexuellen- und Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung.“

In ihrem Koalitionsvertrag von 2018 hat die jetzige Bundesregierung klar gestellt: "Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form. Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle wird fortgesetzt. Entsprechende Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln." - Damit ist für uns klar, dass auch der NAP samt der dort verabredeten Vorhaben weiterhin seine Gültigkeit besitzt. Allerdings wird das von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek ignoriert. Stattdessen ist Karliczek in ihrer Amtszeit nur für ihre Ressentiments gegen Regenbogenfamilien aufgefallen.

Die Vermittlung von Informationen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität muss darüberhinaus ein selbstverständlicher Bestandteil der Studiengänge und Lehrinhalte werden. Die entsprechenden Studienordnungen sind dahingehend zu ändern und zu ergänzen.

Immer noch versuchen manche Forscher*innen aus den Bereichen Biologie, Medizin oder Genetik eine „Ursache“ für die Entstehung von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu finden. Es ist absurd, etwas so Komplexes wie die menschliche Liebesfähigkeit oder die geschlechtliche Identität monokausal auf genetisch-biologische Ursachen zurückführen zu wollen. Wir halten solche Ursachenforschung im Ansatz für verfehlt, denn in der Fragestellung schwingt immer ein „Unwerturteil“ mit. Für eine freie, offene Gesellschaft sollte die Existenz von Homo-, Bi- oder Heterosexualität nicht erklärungsbedürftig sein, ebenso wenig die von Trans- oder Intergeschlechtlichkeit.

Viel spannender ist die Frage, wie Homophobie und Transfeindlichkeit entstehen und warum sie sich hartnäckig halten. Wir fordern eine umfassende interdisziplinäre Erforschung der Abwehr, Feindlichkeit und Gewalt gegen LSBTI. Die im Alltag ablaufenden Prozesse, die zu Stigmatisierungen führen sowie die Formen struktureller Diskriminierung und ihrer Auswirkung auf die betroffenen Menschen erfordern intensive Untersuchung. Dabei ist die bislang nur marginal staatlich unterstützte Forschung über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von LSBTI-Feindlichkeit zu fördern, um unter Hinzuziehung von Expert*innen in eigener Sache Gegenstrategien optimieren zu können.