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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Aktuelle Umfragen zu LSBTI

Forschungsvorhaben und Studien

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTI in Deutschland, ebenso zu Diskriminierung und LSBTI-Feindlichkeit. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTI als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTI endlich angemessen berücksichtigt werden.

Hier veröffentlichen wir aktuelle Umfragen, in denen Daten für wissenschaftliche Zwecke erhoben werden (etwa für Bachelor- bzw. Masterarbeiten oder Forschungsprojekte). Bitte beachten Sie: Wir können nicht immer Inhalt, Zielsetzung und methodische/sprachliche Konstruktion detailliert prüfen - bitte wenden Sie sich daher, wenn Sie Anmerkungen haben, direkt an die Autor*innen des jeweiligen Forschungsvorhabens.

Auswirkungen der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen auf die LSBTIQ* Community-Strukturen

  • bundesweite Online-Befragung im Auftrag der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
  • teilnehmen können Gruppen und Initiativen des gesamten LSBTIQ* Spektrums: von bundesweiten Verbänden über regionale Organisationen bis hin zu selbstorganisierten Gruppen, queer(politischen) Theken und Partys über Chöre bis zu Präventionsarbeit leistenden Projekten
  • Das Ausfüllen des Fragebogens ist anonym dauert ca. 25 Minuten.

Folgen von Chemsex und Substanzgebrauch

  • Hat Drogenkonsum Auswirkungen auf Sexualität von Männern, die Sex mit Männern haben, und wenn ja, welche?
  • Onlineumfrage im Rahmen eines Masters der klinischen Psychologie zusammen mit der Charité Berlin
  • Ziel der Studie ist auch Stigmatisierung zu durchbrechen und zur Aufklärung beizutragen
  • Langfristiges Ziel ist dann, Angebote für die Betroffenen zu schaffen, falls es relevante Auswirkungen gibt. 
  • Umfrage, sowohl auf deutsch als auch auf englisch, die 20-25 Min in Anspruch nnimmt

Auswirkungen der Coronakrise auf LSBTI*-Familien

  • Onlineumfrage für eine Forschungsarbeit im Rahmen eines Bachelors der in der Sozialen Arbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden
  • Die Beantwortung wird ca. 10 Minuten dauern und ist natürlich freiwillig. Es sind keine Rückschlüsse auf Ihre Person möglich, die Daten werden nur für Forschungszwecke und in anonymisierter Form verwendet.
  • für Anregungen oder offene Fragen Kontakt unter: StudentischeForschung@ehs-dresden.de

„Homo-, bisexuell und rechtskonservativ: vereinbar oder widersprüchlich? Homo- und bisexuelle AfD- Sympathisanten, Unterstützer und Wähler“

  • durch welche Programmpunkte fühlen sich Homo- und Bisexuelle in der AfD-Politik aufgehoben, welche vermittelten Ansichten der AfD-Partei sind für sie identitätsstiftend. Auch das Thema der symbolischen (kulturellen, sozialen, individuellen) Grenzen zwischen dem Eigenen/Vertrauten und dem Fremden/Bedrohlichen und deren Manifestation durch politische Zugehörigkeit wird berücksichtigt
  • anonyme Online-Umfrage im Rahmen einer Forschung in der Sozial- und Kulturanthropologie im Master an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main
  • gesucht werden auch Interessierte für Interviews: maryna.natkhir@gmail.com

Partnerschaft und Karriere bei gleichgeschlechtlichen Paaren

Forschungsprojekt zu queerem Elternwerden mittels Eizellspende

  • Interviewpartner*innen im Rahmen des Masters Gender und Queer Studies an der Uni Köln gesucht
  • Unser Forschungsinteresse liegt darin einen neuen, in Deutschland noch nicht etablierten Diskurs um den Transfer von Eizellen als Reproduktionsmethode zu eröffnen. Aus politischer Perspektive stellt sich uns die Frage, ob persönliche Gründe und körperliche Selbstbestimmung bezüglich reproduktionsmedizinischer Praktiken zunehmend in die deutschen Rechtsbestimmungen einfließen sollten und somit ein neuer Diskurs geöffnet wird. Zusätzlich interessiert uns der Wandel von Familien- und Verwandtschaftsbildungen.
    • Welche Themen, Sorgen und Interessen ergeben sich für Sie im Bereich der queeren Familienbildung?
    • Warum kam/kommt für Sie die ROPA-Methode (Empfang von Eizellen der Partnerin*) in Frage?
  • Kontakt: mmosbac1@smail.uni-koeln.de

Schwangerschaft und Geburt - Erfahrungen im Gesundheitssystem

  • Masterarbeit im Fach Gesundheitspädagogik über Erfahrungen im Gesundheitssystem mit Ärzt*innen, Hebammen und anderen medizischen Berufsgruppen während Schwangerschaft und Geburt
  • Interviewpartner*innen gesucht, die  deutschsprachig, über 18 Jahre alt sind und LSBTIQ+ oder zum Zeitpunkt der Schwangerschaft & Geburt verpartnert mit einer Person, die LSBTIQ* ist 
  • Die Interviews dauern etwa 45 min und finden telefonisch statt. Sensible Daten werden anonymisiert.
  • Bei Interesse bitte unter lsbtiq_schwangerschaft@gmx.de melden

Bewertung von Wahlplakaten

Wohlbefinden und Dating-Verhalten schwuler und bisexueller Männer

Diskriminierung und Stigmatisierung in der Versicherungsberatung

  • Täglich werden Menschen während einer Versicherungsberatung diskriminiert / stigmatisiert. Einmal bewusst, oft aber auch unbewusst, da das Bewusstsein fehlt.
  • Mein Ziel: Jeder Mensch soll, wenn er in einer Versicherungsberatung ist, frei von Diskriminierung / Stigmatisierung über seine Ziele, Wünsche, Lebenssituation etc. sprechen können.
  • Was hierfür fehlt ist das Bewusstsein bei den Versicherungsgesellschaften, den Versicherungsvertrieben und Beratern!
  • Und genau hier kommst Du ins Spiel. Teile über die Umfrage anonym Deine Erfahrung (max. 5 Minuten) mit mir und gib so der Community die Möglichkeit gegenüber der Versicherungsindustrie eine Stimme zu haben.

Hintergrund und Forderungen des LSVD

Der 2017 von der Bundesregierung verabschiedete „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus – Positionen und Maßnahmen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und den darauf bezogenen Diskriminierungen“ (NAP) ist in weiten Teilen bloße beschönigende Rückschau. Als eine der wenigen konkreten Maßnahmen verspricht die Bundesregierung dort auf Seite 38: „Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden. Fragen der Emanzipation und Gleichstellung von LSBTI müssen in der Forschung einen angemessenen Stellenwert finden, ebenso die Problemkreise Homosexuellen- und Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung.“

In ihrem Koalitionsvertrag von 2018 hat die jetzige Bundesregierung klar gestellt: "Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form. Die Arbeit der Antidiskriminierungsstelle wird fortgesetzt. Entsprechende Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln." - Damit ist für uns klar, dass auch der NAP samt der dort verabredeten Vorhaben weiterhin seine Gültigkeit besitzt. Allerdings wird das von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek ignoriert. Stattdessen ist Karliczek in ihrer Amtszeit nur für ihre Ressentiments gegen Regenbogenfamilien aufgefallen.

Die Vermittlung von Informationen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität muss darüberhinaus ein selbstverständlicher Bestandteil der Studiengänge und Lehrinhalte werden. Die entsprechenden Studienordnungen sind dahingehend zu ändern und zu ergänzen.

Immer noch versuchen manche Forscher*innen aus den Bereichen Biologie, Medizin oder Genetik eine „Ursache“ für die Entstehung von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu finden. Es ist absurd, etwas so Komplexes wie die menschliche Liebesfähigkeit oder die geschlechtliche Identität monokausal auf genetisch-biologische Ursachen zurückführen zu wollen. Wir halten solche Ursachenforschung im Ansatz für verfehlt, denn in der Fragestellung schwingt immer ein „Unwerturteil“ mit. Für eine freie, offene Gesellschaft sollte die Existenz von Homo-, Bi- oder Heterosexualität nicht erklärungsbedürftig sein, ebenso wenig die von Trans- oder Intergeschlechtlichkeit.

Viel spannender ist die Frage, wie Homophobie und Transfeindlichkeit entstehen und warum sie sich hartnäckig halten. Wir fordern eine umfassende interdisziplinäre Erforschung der Abwehr, Feindlichkeit und Gewalt gegen LSBTI. Die im Alltag ablaufenden Prozesse, die zu Stigmatisierungen führen sowie die Formen struktureller Diskriminierung und ihrer Auswirkung auf die betroffenen Menschen erfordern intensive Untersuchung. Dabei ist die bislang nur marginal staatlich unterstützte Forschung über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von LSBTI-Feindlichkeit zu fördern, um unter Hinzuziehung von Expert*innen in eigener Sache Gegenstrategien optimieren zu können.