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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

LSVD fordert vom Vatikan aktive Reue

Worte allein reichen nicht

Pressemitteilung vom 27.06.2016

Zu den Äußerungen von Papst Franziskus, die Kirche solle sich bei den Homosexuellen entschuldigen, erklärt Henny Engels, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) begrüßt die Äußerungen des Papstes, die die Verantwortung für Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen eingesteht. Doch Worte allen reichen nicht. Wenn Papst Franziskus es ernst meint mit einer Entschuldigung, dann muss der Vatikan auch aktive Reue an den Tag legen. Der LSVD fordert daher, dass der Vatikan sich vehement dafür einsetzt, dass die Kampagnen aus der katholischen Kirche gegen die Menschenrechte von Lesben und Schwulen beendet werden.

Bis heute bekämpfen große Teile der katholischen Kirche hartnäckig jede rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare und diffamieren Lesben und Schwule dabei als Gefahr für die Gesellschaft. Auf UN-Ebene opponiert auch der Vatikan bis heute gegen die Menschenrechte von Lesben und Schwulen. Immer wieder halten Bischöfe aus vielen Teilen der Weltkirche Hetzreden gegen Lesben und Schwule. Sie schüren damit Hass und Gewalt.

So war auch das nachsynodale Papstschreiben „Amoris Laetitia“ („Freude der Liebe“) eine Enttäuschung für alle, die sich mehr Akzeptanz und Wertschätzung von Lesben, Schwulen, ihren Beziehungen und Familien erhofft hatten. In knapp 15 Zeilen macht das 300seitige Schreiben klar, dass Lesben und Schwulen mit Respekt begegnet werden soll und sie nicht „in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ seien, um gleich darauf festzustellen, dass die „Freude der Liebe“ für sie nicht gilt. Stattdessen soll ihnen geholfen werden, den Willen Gottes ganz zu erfüllen, sprich enthaltsam zu leben und auf Liebe und Sexualität zu verzichten, Umpolungs- und Heilungsangebote inklusive.

LSVD-Bundesverband

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