Sozialausschuss will LSBTIQ* stärken und spricht sich für Aufarbeitung des Unrechts durch § 175 StGB aus

LSVD Bayern begrüßt Empfehlung und fordert nun zum gemeinsamen Handeln auf

Pressemitteilung vom 10.07.2020

München, 10. Juli 2020. Gestern hat der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie im Bayerischen Landtag der Staatsregierung mehrheitlich empfohlen, eine Beratungsstruktur für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*-, inter*- und queere Menschen (LSBTIQ*) im ländlichen Raum zu schaffen und zu überprüfen, wie die Gesundheitsfürsorge von trans* Personen flächendeckend gewährleistet werden kann. Gleichfalls soll das Unrecht durch den § 175 StGB in Bayern aufgearbeitet werden. 

Die Empfehlungen des Sozialausschusses sind wichtige Erfolge für die gesamte Regenbogen-Community. Der Freistaat hat nun die Chance, nicht mehr Schlusslicht in Sachen Akzeptanz von LSBTIQ* zu bleiben. Die Schaffung von Hilfe- und Beratungsstrukturen im ländlichen Raum ist mehr als überfällig. Das gleiche gilt für die bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung von trans* Menschen“, erklärt Markus Apel aus dem Landesvorstand des LSVD Bayern.

„Der Paragraph 175 StGB zerstörte die Biografien von Generationen schwuler Männer. Schwule und Lesben blieben auch nach 1945 gesellschaftlich geächtet. Die historische und politische Aufarbeitung ist wichtig für die Würdigung der Opfer. Dass dieses Unrecht auch in Bayern aufgearbeitet werden sollte, ist eine Frage des Anstands und des Respekts vor den Betroffenen“, so LSVD-Landesvorstand Apel weiter.

Der LSVD Bayern fordert, für die Umsetzung der Vorhaben, dass die Staatsregierung gemeinsam mit der Regenbogen-Community plant und handelt. Gerade für den Aufbau von flächendeckenden Unterstützungsangeboten ist die Expertise von lokalen Vereinen und Gruppen einzubeziehen.

Auch zur historischen Aufarbeitung und zum Gedenken an die Opfer des §175 StGB sind Institutionen wie beispielsweise das Forum Queeres Archiv München und fachkundige Historiker*innen anzuhören.

Als einziges Bundesland Deutschlands hat Bayern keinen Aktionsplan für LSBTIQ* in Umsetzung oder Vorbereitung. Bei einer Anhörung im Sozialausschuss im November 2019 hatten Expert*innen mehrheitlich auf den akuten Bedarf von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für LSBTIQ* im ländlichen Raum hingewiesen und geraten diese dringend zu schaffen.

Hintergrund

Lokale LSBTIQ*-Vereine und Initiativen in Bayern, die bisher fast ausschließlich ehrenamtlich beraten, schulen und aufklären

  • Jugendnetzwerk Lambda Bayern
  • LSVD Bayern
  • DGTI Bayern
  • dejaWü Jugendgruppe Würzburg
  • queerbeet Augsburg
  • VLSP
  • Not in Range e.V. Ingolstadt
  • RainBows Aschaffenburg
  • young and queer Ulm/Neu Ulm
  • Kunterbunt Amberg
  • Queer in Niederbayern e.V.
  • Münchner Positive
  • Bonito Allgäu
  • Deutschen Alpenverein, Sektion Gay Outdoor Club (GOC)
  • Fliederlich e.V. Nürnberg
  • Sub München
  • Letra München
  • Resi e.V. Regensburg
  • Schwule Lehrer Südbayern
  • Forum Queeres Archiv München e.V.
  • TransMann e.V.
  • VIVA TS e.V.
  • Queerelations – Münchner Mediennetzwerk
  • Queerpass Bayern e.V.
  • Team München e.V.
  • diversity@school von Diversity München e.V.
  • Aufklärungsprojekt München e.V.
  • Trans-Ident e.V- München
  • diverse CSD Vereine

LSVD Bayern

Pressekontakt

Pressesprecher*in Markus Apel

LSVD Bayern e.V.
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80469 München

E-Mail: bayern@lsvd.de