Füreinander solidarisch

LSVD Sachsen-Anhalt nimmt nicht am CSD Magdeburg teil

Pressemitteilung vom 05.09.2020
 
Liebe Freund*innen,
liebe Mitglieder unseres LSVD-Landesverbandes,
liebe LSBTI*-Community, lieber CSD Magdeburg,
 
Eines ist klar. Wir brauchen die Aktivitäten der LSBTI*-Community im Rahmen des jährlichen Christopher Street Day! Denn nur auf diese Weise gelingt es uns gemeinsam in der Politik und in der Gesellschaft in größerem Maße Aufmerksamkeit für unsere Probleme und für unsere gesellschafts-politischen Forderungen für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt zu bekommen.
 
Allerdings ist das Jahr 2020 für uns alle nicht vergleichbar mit den Jahren zuvor. Weltweit haben wir es alle mit der anhaltenden Corona-Pandemie zu tun. Dies stellt uns gemeinsam nicht nur vor große Herausforderungen zum gesundheitlichen Schutz aller unserer Mitmenschen, sondern auch vor einer gesellschaftlichen Zerreißprobe unserer Demokratie. Ja, wir alle wollen, dass Veranstaltungen und Demonstrationen stattfinden, denn das Einstehen und Streiten für unsere gesellschaftlichen Grundwerte muss immer möglich sein.
 
Der LSVD Sachsen-Anhalt hat sich aber dafür entschieden dies in diesem Jahr auf anderen Wegen zu tun. Bspw. ausschließlich im Rahmen von kleineren Veranstaltungen wie Fachgespräche, Lesungen und politische Diskussionsrunden wie den „Queerzeit-Talk“ am vergangenen 3. September 2020 mit den Fraktionsspitzen und designierten Spitzenkandidat*innen zur Landtagswahl 2021, die durch Livestreams und Livesendungen im Offenen Kanal mehr Reichweite ermöglichen.
 
Aber die aktive Teilnahme mit einem Info-Stand oder einem Paradewagen im Rahmen der heutigen CSD-Demoparade sowie beim anschließenden CSD-Stadtfest in Magdeburg erfolgt durch den LSVD Sachsen-Anhalt dieses Jahr nicht. Wir schließen uns damit der Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord und den anderen nicht-teilnehmenden LSBTI*-Community-Verbänden Magdeburgs und Sachsen-Anhalts sowie auch der meisten Parteien an, die jeweils für sich unabhängig einen ähnliche Entscheidung getroffen haben.
 
Diese Entscheidung des LSVD, der Aids-Hilfe und anderer stellt ausdrücklich keinen Boykott des CSD in Magdeburg dar. Im Gegenteil, wir respektieren den Mut des Vereins CSD Magdeburg e.V. mit einem von den Behörden der Stadt Magdeburg offensichtlich genehmigten Hygiene – und Sicherheitskonzept die CSD-Demoparade und das Stadtfest trotz des anhaltenden Corona-Ansteckungs-Risikos stattfinden zu lassen.
 
Der LSVD Sachsen-Anhalt möchte dieses Risiko aber gerade in Zeiten von wieder ansteigenden Infektionszahlen für sich nicht mittragen. Die Pandemie ist nicht vorüber. Der Schutz unserer engagierten Mitglieder, unserer Mitarbeiter*innen, unserer Klient*innen, Gruppen, der Teilnehmenden am CSD sowie für alle Mitmenschen steht für uns an oberster Stelle!
 
Im vergangenen Jahr waren 3.500 Menschen zu Gast beim CSD in Magdeburg. Bei einer derart großen Anzahl von Menschen auf engstem Raum ist uns die Ansteckungsgefahr zu groß, das Risiko unüberschaubar. Ähnlich sehen das die Organisator*innen des CSD in Halle. Dort wurde der CSD abgesagt. Alternativ werden kleinere Veranstaltungen angeboten.
 
Dem LSVD geht es auch um Solidarität zum Schutz aller Mitmenschen. Es gibt in unserer Gemeinschaft viele Menschen, die zur Risikogruppe gehören und deshalb seit Monaten von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen sind. Wir wollen uns nicht an Veranstaltungen beteiligen, die nur einem gesunden Personenkreis zugänglich sind und Gefährdete und Vorsichtige ausschließen.
 
Der LSVD Sachsen-Anhalt bittet um Verständnis für diese Entscheidung und bittet alle, die sich an der CSD-Demoparade und am Stadtfest beteiligen: Schützt Euch und Eure Mitmenschen. Tragt einen Mund-Nasenschutz, sorgt für Desinfektion und haltet Abstand!
 
Euer Lesben- und Schwulenverband in Deutschland - Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

 

LSVD Sachsen-Anhalt

Pressekontakt

Pressesprecher*in Mathias Fangohr

LSVD Sachsen-Anhalt
Landesgeschäftsstelle
Otto-von-Guericke-Str. 41
39104 Magdeburg

E-Mail: mathias.fangohr@lsvd.de