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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Alltag: Homophobe und transfeindliche Gewaltvorfälle in Deutschland

Chronik von Straftaten gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI)

Tagtäglich werden in Deutschland Menschen angepöbelt, bedroht und angegriffen, weil die Täter*innen ihren Hass auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) in Gewalt ausleben. 

Eine Person mit einem geschminkten, verlaufenen Regenbogen im Gesicht

Tagtäglich werden in Deutschland Menschen angepöbelt, bedroht und angegriffen, weil die Täter*innen ihren Hass auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) in Gewalt ausleben. Allein der Anblick einer trans* Person oder eines lesbischen oder schwulen Paares kann Gewalttäter*innen motivieren, brutal zuzuschlagen. 

Laut Bundesinnenministerium wurden für 2020 bis zum Stichtag 31.01.2021 insgesamt 204 Straftaten, davon 40 Gewaltdelikte im Unterthemenfeld "Geschlecht/sexuelle Identität" registriert. Damit sind transphob motivierte Taten gemeint. Im Unterthemenfeld "Sexuelle Orientierung" wurden insgesamt 578 Straftaten, davon 114 Gewalttaten registriert.  Diese Taten gelten als homophob motiviert. 

Insgesamt wurden 2020 folglich 782 Straftaten von Hasskriminalität gegen LSBTI registriert, darunter 154 Gewalttaten. Das ist ein Anstieg von 36% gegenüber 2019. Der tödliche islamistische Terroranschlag auf ein schwules Paar in Dresden im November 2020 ist in der Statistik noch nicht registriert.

In diesem Beitrag sammeln wir Meldungen zu Hasskriminalität gegen LSBTI. Auffällig ist, dass sich viele der berichteten Fälle in Berlin ereignen. Das hat vor allem damit zu tun, dass in Berlin seit einigen Jahren mutmaßliche homophobe oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten ausdrücklich in den Polizeiberichten genannt. Berlin steht mit dieser Haltung aber bis heute weitgehend allein. Die Polizei in anderen Bundesländern ist aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen.

Der LSVD fordert die Einsetzung einer unabhängigen Expert*innen-Kommission durch die Bundesregierung. Diese soll eine systematische Bestandsaufnahme aller Erscheinungsformen von LSBTI-Feindlichkeit und damit verbundener Hasskriminalität erarbeiten und der Bundesregierung sowie dem Bundestag einen Lagebericht mit Handlungsempfehlungen vorlegen.

April 2021

14.04.2021
In Berlin werden zwei Radfahrerinnen von einem vorbeifahrenden Autofahrer ohne ersichtlichen Grund homophob beleidigt. (Quelle: queer.de)

09.04.2021
Die Gedenktafeln am Berliner Magnus-Hirschfeld-Ufer, die in der Nähe des Bundeskanzleramts an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern, werden erneut beschädigt. Die Gesichter auf den Gedenktafeln werden ausgebrannt und "homophobe Schmierereien" angebracht. (Quelle: queer.de)

01.04.2021
In Berlin beschimpft eine Frau einen Passanten auf offener Straße mehrfach homophob. (Quelle: queer.de)

01.04.2021
Eine Gruppe von trans Frauen wird in Frankfurt am Main von einem Unbekannten belästigt, beschimpft und mit einem Ei beworfen. Der Täter entkam. (Quelle: queer.de)

März 2021

30.03.2021
Im Berliner U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße wurde ein älterer Mann schwulenfeindlich angepöbelt und bespuckt. Zuvor hatte den Jugendlichen aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. (Quelle: queer.de)

29.03.2021
Die Berliner Drag Queen Gloria Viagra und ihre Begleitung werden im Treptower Park von einer Gruppe Jugendlicher queerfeindlich beleidigt, bedroht und getreten. (Quelle: taz)

24.03.2021
In Treptow wird am Nachmittag ein 26-Jähriger von einer dreiköpfigen Gruppe homophob beschimpft und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Als der Angegriffene das Trio zur Rede stellen wollte, wurde er erneut geschlagen, bevor die drei Täter zu Fuß flüchteten. (Quelle: mannschaft)

23.03.2021
In Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) durchschlugen unbekannte Täter mehrere Glasscheiben und besprühten das Gebäude mit queerfeindlichen Beleidigungen. Auf einem Fenster des Jugendzentrums wurde etwa der Spruch "Kein Ort für Schwule und Transen" hinterlassen. (Quelle: queer.de)

20.03.2021
Am Abend wird in Frankfurt am Main eine trans Frau aus einer Gruppe heraus von einem Unbekannten angegriffen worden. Nach einer transphoben Äußerung schlägt ein Mann unvermittelt auf sie ein. (Quelle: queer.de)

Januar 2021

07.01.2021

Berlin: Ein betrunkener Mann läuft einem schwulen Mann hinterher, beleidigt ihn mehrfach homophob und droht mit Schlägen. Er schreit minutenlang, dass das seine U-Bahn-Station sei, und "Schwuchteln" dort nichts zu suchen hätten. Von den Zeug*innen greift ein oder sagt was.

November 2020

21.11.2020

Zwei Männer werden in einer Berliner Straßenbahn von einer Gruppen Jugendlicher homophob beleidigt. Als sie aussteigen werden sie weiter verfolgt und mit Steinen beworfen. Die Polizei nimmt kurz darauf zwei 14-, einen 16- und einen 18-Jährigen fest. (Quelle)

14.11.2020

Vor einem Einkaufszentrum in Frankfurt (Main) treten und schlagen Jugendliche auf eine queere Person ein. Im offiziellen Polizeibericht wird der wahrscheinliche Hintergrund der Attacke jedoch verschwiegen. (Quelle

Oktober 2020

31.10.2020 

Beim Altstadtbummel wird ein Paar in München homophob beschimpft und eine der beiden Personen krankenhausreif geschlagen. (Quelle)

17.10.2020

Ein schwules Paar wird in Münster von vier Jugendlichen schwulenfeindlich beleidigt, dann brutal zusammengeschlagen. Kein Wort darüber im täglichen Polizeibericht der Stadt. (Quelle

16.10.2020

Ein schwules Paar ist in München Opfer eines Angriffs geworden. (Quelle)

16.10.2020

Hans-Dieter Straup macht bei einer Akzeptanzkampagne in Freiburg mit, sein Porträt ist auf Plakaten zu sehen. Dann erhält er ein anonymes Hasschreiben, in dem eine brutale Vernichtungsfantasie gegen ihn geschildert wird. (Quelle)

15.10.2020

Im Berliner Ortsteil Schöneberg kommt es zu einem offenbar hassmotivierten körperlichen Angriff. Nach bisherigen Ermittlungen wird ein 41-jähriger trans Mensch von einem Mann aus einem vorbeifahrenden Auto mit einem Abschlepphaken beworfen. Das Opfer wird am Schienbein getroffen. (Quelle)

Der kürzlich nach Berlin umgezogene Martin Angelo hat auf "Instagram Stories" über einen offenbar homophob motivierten Übergriff vor einem Restaurant berichtet. Demnach habe ihn ein Gast tätlich angegriffen und als "Schwuchtel" beschimpft. (Quelle)

13.10.2020

Drei Männer haben offenbar aus Homophobie ein lesbisches Paar in der Innenstadt von Pinneberg attackiert. (Quelle)

08.10.2020
Ein queerfeministischer Aktivist aus dem Altenburger Land wird durch eine Gruppe, die sich selbst als QArmy Altenburger Land bezeichnet, bedroht. In einer internen Chatgruppe der Gruppierung wird dazu aufgerufen, so viele Informationen wie möglich über ihn herauszufinden. (Quelle: ezra. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen)

04.10.2020

Die islamistische Terror-Attacke auf zwei Touristen in Dresden soll offenbar aus Hass auf Homosexuelle begangen worden sein. Eines der Opfer war Anfang Oktober seinen Verletzungen erlegen. (Quelle)

03.10.2020
In Berlin wird ein 28-Jähriger angriffen und erleidet vermutlich durch ein Messer eine tiefe Schnittwunde. Zuvor wurden er und seine Begleitung in einem Lokal von dem Täter angesprochen, der sie dann auch vermutlich aus homophober Motivation ins Gesicht spuckte. (Quelle: queer.de)

September 2020

07.09.2020

In Berlin-Moabit wurde ein 22-Jähriger von einem mutmaßlichen Nachbarn auf der Straße erst homophob beleidigt und dann mit einer bespuckten Hand geschlagen. (Quelle)

04.09.2020

"Wollen wir es der Schwuchtel mal so richtig zeigen" - In der Nähe seiner Wohnung in Siegen wird ein schwuler Mann am Freitagabend von Jugendlichen schwulenfeindlich beleidigt und brutal zusammengeschlagen. (Quelle)

Juni 2020

20.06.2020

In Hannover werden das Queere Jugendzentrum sowie das Wohnhaus des schwulen Kommunalpolitikers Florian Kusche mit mit homophoben Beschimpfungen beschmiert. (Quelle)

20.06.2020

Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde am Samstagnachmittag ein Mann nach eigenen Angaben homophob beschimpft. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt. (Quelle)

19.06.2020

Eine vierköpfige Personengruppe griff am Freitagabend zwei Männer in Berlin-Neukölln an. Nach homophoben Beleidigungen folgten Faustschläge ins Gesicht. Der Staatsschutz ermittelt. (Quelle)

13.06.2020
Ein junger Mann sprach am Samstagabend Höhe Magdeburger Allee zwei Männer an, die sich einer Frau gegenüber sexistisch geäußert hatten. Die Täter bauten eine Drohkulisse auf und ließen es nicht zu, dass der Betroffene die Situation verlässt. Die Zahl der involvierten Täter erhöhte sich im Verlauf auf acht Personen. Vom deeskalierenden Verhalten des Betroffenen ließen sich die Täter nicht beeindrucken. Sie bedrängten ihn weiter, attackierten ihn mit rechts motivierten, homofeindlichen und antisemitischen Beleidigungen und stießen ihn letztlich heftig, wodurch er Verletzungen erlitt. Die hinzugerufene Polizei konnte die Personalien der Täter teilweise feststellen. (Quelle: ezra. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen)

02.06.2020

Zwei Münchener werden von einer Gruppe von fünf bis zehn Männern beleidigt, geschlagen und getreten. "Gegenstand dieser Ermittlungen ist auch ein mögliches LGBT feindliches Motiv", so die Polizei. (Quelle)

April 2020

28.04.2020

Berlin: Zwei Männer gehen abends spazieren. Sie werden von einem 41-jährigen Mann homophob beleidigt und alarmieren die Polizei. (Quelle

12.04.2020

Nachdem er die Frage eines Unbekannten, ob er schwul sei, bejaht, wird ein 26-jähriger von einem Unbekannten mit der Faust mehrmals ins Gesicht geschlagen. (Quelle)

Februar 2020

22.02.2020

In Berlin wird eine trans* Frau von Unbekannten geschlagen, bespuckt und beleidigt. (Quelle)

21.02.2020

Ein alkoholisierter Mann beleidigt in Berlin ein schwules Paar homophob und versucht, sie mit einer Flasche zu schlagen und zu treten. (Quelle)

15.02.2020

Die 24-jährige Bella A. aus Berlin-Lichtenberg liegt am 15. Februar morgens mit ihrer Freundin im Bett, als sie durch einen lauten Knall aufwacht. Plötzlich steht ein Mann, der zuvor die Wohnungstür eingetreten hat, mit einem großen Messer im Schlafzimmer. Er raucht eine Zigarette, zieht sich aus und legt sich zu dem lesbischen Paar ins Bett. Er zwingt Bella zum Sex, während die Freundin zuschauen muss. (Quelle)

12.02.2020
Im thüringischen Altenburg wird der 52jährige Mario K. in seiner Wohnung von zwei Männern brutal überfallen und totgeprügelt. Erst am 23. Februar wird der Leichnam am Tatort aufgefunden. Die beiden, mutmaßlich rechtsextremen Männer wollten dem Opfer nach eigenen Angaben einen Denkzettel verpassen, weil er einem der Männer Geld gegen sexuelle Gefälligkeiten geboten haben soll. (Quelle: ezra. Beratung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen)

12.02.2020

Berlin: Eine 64jährige trans* Frau wird wiederholt in ihrem Kiez von einer Männergruppe transphob beleidigt (Quelle

10.02.2020

Berlin: Eine trans* Frau fährt nachmittags U-Bahn. Zwei Männer beleidigen und bespucken sie, drohen ihr die Haare anzuzünden und sprühen ihr Reizgas in die Augen. (Quelle)

Januar 2020

Januar 2020

Dass diese Vielfalt offen gelebt wird, ist Ants Kiel zufolge „in Halle nicht zu jeder Tageszeit, vielleicht auch nicht in jedem Stadtteil selbstverständlich“. Er erzählt von einem Vorfall vor etwa fünf Wochen. Als zwei Männer vor der Schorre, einer Disco in der Willy-Brandt-Straße, Händchen hielten, sei einem von ihnen von einem fremden Mann auf die Nase geschlagen worden. (Quelle)

18.01.2020

Berlin: Samstagabend, ein 15-Jähriger wird erst schwulenfeindlich beleidigt und dann mit einem Gürtel angegriffen. (Quelle)

07.01.2020

Berlin: In der U-Bahn wird ein 26-Jähriger homosexuellenfeindlich beleidigt, ins Gesicht geschlagen und verletzt. Der mutmaßliche Täter wird gefasst. (Quelle)

07.01.2020

Berlin: In einem Park wird ein 32-Jähriger mitten am Tag wegen seiner Homosexualität von einem Bekannten brutal angegriffen. Der mutmaßliche Täter wird festgenommen. (Quelle)

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