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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Magdeburg: Erinnerung an drei Magdeburger § 175 Opfer der NS-Diktatur - Stolpersteinverlegung

24.11.2021 15:00
LSVD Sachsen-Anhalt[link]

In Kooperation mit der Initiative „Gegen das Vergessen – Stolpersteine für die Stadt Magdeburg“  werden Stolpersteine zur Erinnerung an drei Opfer der Nazi-Terrorherrschaft verlegt, die ihre letzte Wohnanschrift in Magdeburg hatten und aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt und ermordet wurden

Datum:
24.11.2021 15:00
Adresse

Magdeburg

Beschreibung:

In Kooperation mit der Initiative „Gegen das Vergessen – Stolpersteine für die Stadt Magdeburg“ werden am 24. November ab 15 Uhr wieder Stolpersteine zur Erinnerung an drei Opfer der Nazi-Terrorherrschaft verlegt, die ihre letzte Wohnanschrift in Magdeburg hatten und aufgrund ihrer Homosexualität verurteilt und ermordet wurden.

Seit 2009 sind auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD) Landesverband Sachsen-Anhalt bereits 14 Stolpersteine zur Erinnerung an homosexuelle NS-Opfer aus Magdeburg im Stadtgebiet verlegt worden. Mit der Verlegung von drei weiteren Stolpersteinen am 24.11.2021 werden es 17 Orte sein, die in Magdeburg an § 175-Opfer* erinnern. Mit den Verlegungen will der LSVD erreichen, dass die Schicksale der Menschen nicht vergessen werden.

Verlegungen am 24. November 2021 ab 15.00 Uhr

15.00 Uhr - Rudolf Strutz – Dorotheenstr. 16 (Herr Hillebrand)

Musik (Götz Baerthold)

  • Begrüßung namens der Arbeitsgruppe (Frau Waltraut Zachhuber – Spender des Stolpersteins ist das Paar Ronny Hillebrand und Thoralf Thiele)

Zum Standort (Herr Kratzel)

  • Biografisches zu Rudolf Strutz (Ronny Hillebrand)
  • Ansage zum stillen Gedenken (WZachhuber)
  • Ansage zur Nächsten Station (WZachhuber)

15.30 Uhr - Kurt Lorenz – Leipziger Str. 67

Musik (Götz Baerthold)

  • Begrüßung namens der Arbeitsgruppe (Herr Gerhard Zachhuber – Spender des Stolpersteins ist der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) Landesverband Sachsen-Anhalt

Zum Standort (Herr Kratzel)

  • Biografisches zu Kurt Lorenz – (Mathias Fangohr, LSVD)
  • Ansage zum stillen Gedenken (Gerhard Zachhuber)
  • Ansage zur Nächsten Station (Gerhard Zachhuber)

16.00 Uhr - Paul Fitzner – Gr. Diesdorfer Str. 13

Musik (Götz Baerthold)

  • Begrüßung namens der Arbeitsgruppe (Herr Gerhard Zachhuber – Spender des Stolpersteins ist der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) Landesverband Sachsen-Anhalt
  • Zum Standort (Herr Kratzel)
  • Biografisches zu Paul Fitzner (Jonas Leutz, LSVD)
  • Ansage zum stillen Gedenken (Gerhard Zachhuber)

Finanziert aus Spenden, hat der LSVD-Landesverband Sachsen-Anhalt die Patenschaft zur Verlegung der beiden Steine von Kurt Lorenz und Paul Fitzner übernommen. Der Stolperstein für Rudolf Strutz wurde von den beiden Pfarrern Ronny Hillebrand und Thoralf Thiele gespendet. Alle drei Steine werden vor den letzten bekannten Wohnadressen verlegt. Für jeden Namen gibt es eine Seite im Gedenkbuch der Stadt.

Einladung als PDF

Hintergrund

„Auslöser für den sachsen-anhaltinischen LSVD, sich für eine Aufarbeitung der Geschichte von Homosexuellen im nationalsozialistischen Magdeburg zu engagieren, war eine Anfrage des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg anlässlich der Ausstellung „Unerwünscht, verfolgt, ermordet“ über lokale NS-Opfer im Jahr 2008. Uns fiel auf, wie wenig wir über den damaligen Alltag von Homosexuellen wussten. Der vom Museum beauftragte Historiker Rainer Hoffschildt aus Hannover brachte uns auf die Idee einer Stolpersteininitiative für schwule NS-Opfer und übernahm die Leitung für die Recherche der Lebensdaten und Biographien in den Archiven der Stadt. Eine mühevolle Kleinarbeit, da in der DDR oftmals nur von politisch Verfolgten genaue Daten aufbewahrt wurden“, so Martin Pfarr († 21.12.2015, damaliger LSVD-Bundesvorstand und Vorstand LSVD Sachsen-Anhalt) am 13.06.2011. Die recherchierten Daten verdanken wir dem Historiker Rainer Hoffschildt.

Der Künstler Gunter Deming hatte die Idee, an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, indem er vor deren letzten selbst gewählten Wohnorten Gedenktafeln aus Messing ins Straßenpflaster einlässt. Inzwischen finden sich die Steine in über 1.200 Städten und Gemeinden in Deutschland - insgesamt mehr als 75.000 Gedenksteine sind es in Deutschland und 25 weiteren europäischen Ländern, unter anderem in Österreich, Belgien, Frankreich, Polen, den Niederlanden und der Ukraine, die auf jüdische Bürger:innen, Sinti und Roma, politisch und religiös Verfolgte, Homosexuelle, Euthanasieopfer, Zwangsarbeiter aufmerksam machen, die ermordet oder in den Selbstmord getrieben wurden .Die Stolpersteine gelten inzwischen als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

Ein großes Dankeschön gilt dem Engagement und der guten Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe der Magdeburger Stolpersteininitiative, der Landeshauptstadt Magdeburg und Frau Waltraut Zachhuber, die die Verlegung der Stolpersteine ermöglichen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Stolpersteinverlegung eingeladen.