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Dokumentation der Europäischen Konferenz für Regenbogenfamilien

"Different Families, Same Schools – Bringing the Rainbow into the Schools of Europe“

Vom 1. – 4. Mai 2014 fand in Köln die dritte europäische Konferenz für Regenbogenfamilien statt.

Eingeladen hatten der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), die Friedrich-Ebert-Stiftung (Forum Politik und Gesellschaft) und das Network of European LGBT Families Associations (NELFA).

Die Konferenz stand unter der Schirmherrschaft unserer amtierenden Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und wurde dankenswerterweise vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

Gut 200 lesbische Mütter, schwule Väter und Fachleute und 100 Kinder und Jugendliche aus 17 Europäischen Ländern, Kanada und Südamerika folgten dieser Einladung.

Die Konferenz beleuchtete ein breites Spektrum von aktuellen Fragestellungen
und Brennpunkten von Regenbogenfamilien in Europa:
Sie reichten von der individuellen Ausgestaltung der Elternrollen, über die Pflege der Paarbeziehungen und die Stärkung der Kinder bis hin zu den Herausforderungen in Trans*familien und dem Spannungsfeld von Homosexualität und Kirchen.

Different Families, Same Schools

Erstmals wurde bei einer solchen Konferenz ein thematischer Schwerpunkt gelegt: Wir entschieden uns für die Herausforderungen von Kindern aus Regenbogenfamilien in unseren Schulen.  

Im Alltag aller Familien spielt die Schule eine zentrale Rolle. Kinder und Jugendliche lernen und erproben hier, wie soziales Miteinander gelingen und Gesellschaft aussehen kann. Moderne Schulen können und sollen einen Raum bieten, der die gelebte gesellschaftliche Vielfalt widerspiegelt und die Fülle sexueller Identitäten und familiäres Miteinander positiv erfahrbar macht. Aktuelle Debatten in Deutschland oder auch Frankreich erinnern uns jedoch daran, dass Kinder aus Regenbogenfamilien auch heute noch in vielen europäischen Ländern ihre Familienform weder in Unterrichtsmaterialien noch im pädagogischen Alltag wiederfinden. Stattdessen erleben sie ihre Schule als einen Ort der Unsichtbarkeit und Unsicherheit. Hier kann und muss Abhilfe geschaffen werden! Auf der Konferenz wurden vielfältige Einblicke in nationale und internationale „Good Practice Beispiele“ geboten um Impulse zu setzen und voneinander zu lernen.

Mehr dazu? „Wo Kinder geliebt werden, wachsen sie gut auf“ (Markus Ulrich)

Getting to know each other

Neben dem fachlichen Austausch lag es uns am Herzen großzügig Raum zu schaffen, damit die lesbischen Mütter, schwulen Väter und ihre Kinder aus Europa sich kennenlernen und Kontakte aufbauen konnten. Hierzu dienten vielfältige Familienaktivitäten und ein Fest im Kölner Odysseum anlässlich des diesjährigen Internationalen Regenbogenfamilientags (IFED). Der IFED setzt alljährlich am ersten Sonntag im Mai  weltweit ein Zeichen der Solidarität für alle Familien: „Zusammen sind wir stark!“

Ein emotionales Highlight war sicher – neben dem Fest – ein Panel mit fünf Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen aus Regenbogenfamilien, die aus ihrem Leben berichteten und den Familien ein paar gute Empfehlungen mit auf den Weg gaben.

In der nachfolgenden Dokumentation haben wir versucht, für Sie die zentralen Informationen und Eindrücke aus den Panels, Vorträgen und Workshops zusammenzutragen.

Für einen lebensnahen und stimmungsvollen Eindruck der Konferenz sorgt eine kurze filmische Dokumentation von Lisa Maria Müller und Philipp Stendebach. Hier geht es zum Film

Es war mir eine große Freude, die Konferenz zu leiten und ich danke allen Beteiligten für ihr großes Engagement, ihre fachkundigen Beiträge und ihre lebendige Offenheit! Mein besonderer Dank gilt Stephanie Toeder von der Friedrich-Ebert-Stiftung für ihre umsichtige, unermüdliche und hoch kompetente Unterstützung bei der Organisation dieses großen Ereignisses.

Viel Vergnügen mit der Dokumentation und Ihnen allen einen herzlichen Gruß aus Köln

Dr. Elke Jansen
Leiterin des bundesweiten Projektes Regenbogenfamilien im LSVD

Sie suchen etwas Bestimmtes? Hier geht es zur Liste der Konferenzinhalte

Donnerstag, 01. Mai 2014

Eröffnungsplenum "Rechte von Kindern aus Regenbogenfamilien in Europa - Ungleichbehandlung, rechtliche Herausforderungen und Strategien für den Wandel"

Lecture: "The rights of children in LGBT families across Europe - discrimination, legal challenges and strategies for change"
Dr. Loveday Hodson, (LLB, LLM), Juristische Fakultät, Universität Leicester
(Großbritannien), forscht und lehrt zu Menschenrechten und sexueller Identität,
speziell im Bereich Familienrecht 

Runder Tisch
Angelo Berbotto (LLM), Anwalt, spezialisiert auf Kinderrechte, Generalsekretär bei NELFA e. V. (Großbritannien)
Robert Biedron, Generalberichterstatter über LGBT Rechte, Mitglied des Komitees der Gleichheit und Nicht-Diskriminierung in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats
siehe hierzu Robert Biedron im Interview mit Klaus Jetz:
"Viele Politiker haben keine Ahnung von Regenbogenfamilien, sie kennen keine”

Plenum I: "Regenbogenfamilien und Schule – Erfahrungen und Forschungsergebnisse" (16.30 – 18.00 Uhr)

 

 

Podium "Jugendliche aus Regenbogenfamilien berichten"  
mit Malte Czarnetzki, Lena Herrmann-Green, Friederike Körner, Francois Massoz und Theresa Pastorin
Moderation: Dr. Lisa Green, Psychologin & Familientherapeutin

 

Siehe hierzu Artikel "Schrecklich normal" von Markus Ulrich (LSVD)

Lecture: “'School is out?': a European qualitative study on the experiences of children from LGBT families in schools."
(„'School is out?!' Eine europäische qualitative Studie über die Erfahrungen von Kindern aus Regenbogenfamilien in der Schule")

Es wird eine qualitative Studie über die Erfahrungen von Kindern aus Regenbogenfamilien in drei europäischen Ländern (Deutschland, Schweden und Slowenien) vorgestellt, die sowohl die Gemeinsamkeiten, als auch die Unterschiede aufzeigt, die aus den drei verschiedenen sozioökonomischen und rechtlichen Kontexten hervorgehen.
Basierend auf diesen Erfahrungen werden im Vortrag die Stimmen der Kinder wiedergegeben, die Herausforderungen dargestellt, mit denen sie sich konfrontiert sehen und ihre diesbezüglichen Umgangsweisen geschildert. Abschließend werden Veränderungsvorschläge abgeleitet.
Dr. Ana M. Sobocan, Universität Ljubljana, Fakultät Soziale Arbeit (Slowenien). EU-gefördertes Projekt: DAPHNE III. Humboldt Universität Berlin (Deutschland), Universität Lund (Schweden), Universität Ljubljana (Slowenien)

Plenum II "Regenbogenfamilien & Schule – praxiserprobte Lösungsansätze und neue Initiativen" (09.00 – 11.00 Uhr)

Presentation: "Approaches to promoting equal rights, safety and visibility in education for LGBT families in Europe" ("Ansätze zur Verbesserung der Gleichberechtigung, Sicherheit und Sichtbarkeit von Regenbogenfamilien in Europas Schulen")Dr. Peter Ryan, Professor für Mental Health an der Middlesex Universität(Großbritannien) seit 2002, Psychologe und SozialarbeiterMarta Distaso, Soziologin, Sozialforscherin und Beraterin in Synergia (Mailand, Italien) seit 2009 Partner des Transnationalen EU-Projektes RAINBOWHAS

Presentation: "Best Practices: Seven Areas of Intervention in the School Community to better meet the needs of LGBT families"
("Sieben Interventionsbereiche im schulischen Kontext um die Interessen von Regenbogenfamilien besser zu berücksichtigen")
Mona Greenbaum, Direktorin der LGBT Family Coalition, Kanada

Presentation: "Different Families – Same Love: Working with primary schools to celebrating difference"
("Different families, same love. Wie Grundschulen dazu beitragen können, Familienvielfalt zu feiern und Homophobie vorzubeugen")
Lydia Malmedie, PhD Fellow Universität Potsdam, Beraterin für Gleichstellung mit Schwerpunkt LGBT Inklusion im Bildungssektor, Pflegefamilien und am Arbeitsplatz

Impuls „Seht her, hier sind wir!“ Wie Regenbogenfamilien selbst wirksam werden können"
Ilaria Trivellato, Aktivistin, Rainbow Families of Italy, Projektmanagerin des EU Projekts „Being an LGBT parent as an experience of democracy and active citizenship“

Siehe hierzu Artikel: „Regenbogenfamilien und Schule“ von Markus Ulrich (LSVD)

Freitag 02. Mai 2014

Parallele Fachforen (A 1-3) und Workshops (A 4-5) (11.30 – 13.00 Uhr)

A 1 "Von der Familienvielfalt zur Strategie um Homophobie Einhalt zu gebieten" (Mona Greenbaum)

Ein Trainingsprogramm für Lehrkräfte und solche, die es werden wollen

Die LGBT Family Coalition aus Quebec, Kanada, veranstaltet eine große Anzahl von Workshops, um Familienvielfalt und die Inklusion von LGBT oder queeren Jugendlichen zu fördern. Diese Workshops wurden konzipiert, um Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, dabei zu unterstützen, sowohl proaktiv als auch im akuten Fall tatkräftig bei homophoben oder heterosexistischen Vorfällen im Schulkontext zu intervenieren.
Mehr als 9.000 Menschen, die im Schulkontext beruflich tätig sind oder sein werden, haben an diesen Workshops teilgenommen. Mona Greenbaum wird über die Geschichte ihrer Organisation und die Entwicklung der Workshops sprechen. Teilnehmer_innen werden einen Methodenkoffer erhalten, den die Organisation in Schulen und Universitäten in Québec verteilt.

Mona Greenbaum,
Direktorin der LGBT Family Coalition, Kanada

Report: "From family diversity to strategies to end homophobia"

A 2 "Transnationales EU-Projekt 'RAINBOWHAS'"

Das Projekt nimmt Vorurteile gegen und Ausgrenzung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Schüler_innen in den Fokus. Da sie außerhalb der gesellschaftlichen "Normen" stehen, haben diese Schüler_innen ein hohes Schulabruchsrisiko, das Risiko unter ihren schulischen Leistungsmöglichkeiten zu bleiben, Depressionen zu entwickeln oder gar Suizid zu begehen. In den Schulen will man sich derzeit häufig nicht mit trans-/homophober Ausgrenzung auseinandersetzen. Und selbst dort, wo Lehrer_innen versuchen, Schüler_innen zu schützen, brauchen sie doch die Unterstützung von öffentlichen Einrichtungen und Familien – eine Unterstützung, die nicht immer gegeben ist.
Ziel des Projekts ist es, Vorurteile in Frage zu stellen, gegenseitigen Respekt und ein größeres Bewusstsein sowie Unterstützung innerhalb von Institutionen und Familien zu entwickeln. Die Herangehensweise des Projekts schließt den Austausch von Best-Practice-Beispielen ein und zielt auf die Identifizierung von Politikempfehlungen/Strategien für Institutionen der Europäischen Union, die Entwicklung von Seminaren für Eltern, Lehrer_innen und Angestellte des öffentlichen Dienstes sowie den Aufbau von Allianzen und Lobbymaßnahmen auf europäischer Ebene.

Dr. Peter Ryan, Professor für Mental Health an der Middlesex Universität
(Großbritannien) seit 2002, Psychologe und Sozialarbeiter
Marta Distaso, Soziologin, Sozialforscherin und Beraterin in Synergia (Mailand, Italien) seit 2009 Partner des Transnationalen EU-Projektes RAINBOWHAS

Report: "Transnationales EU-Project "RAINBOWHAS"

A 3 "Wie wird die Schule ein sicherer Platz für Kinder?"

Als Eltern möchte man überprüfen, ob Schulen gut genug für das eigene Kind sind und auch, wie sie mit sexueller Vielfalt umgehen werden. Peter Dankmeijer wird Tipps geben, wie diese Dinge herausgefunden werden können und wie man mit Schulen in Dialog treten kann, wenn diese nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Dankmeijer wird auch auf die Rolle von LGBT Elternverbänden eingehen. Wie können sie für Schulen eintreten, die sicher für alle sind und die Regenbogenfamilien und dem Thema sexuelle Vielfalt angemessene Aufmerksamkeit widmen?

Peter Dankmeijer, Direktor GALE (Global Alliance for LGBT Education) und EduDivers (Dutch Expertise Center on Education and Sexual Diversity)

Report: "How to make a school safe for your child"

Siehe auch Artikel: „Die Schule als guter und sicherer Ort für Kinder aus Regenbogenfamilien“ (Klaus Jetz)

A 4 "Unsere Kinder stärken – Vorbereitung für die Reise durch unsere heterosexuelle Gesellschaft"

Wenn Eltern eine Regenbogenfamilie gründen, sind die rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen häufig nach wie vor verbesserungswürdig. Die gewaltige Verantwortung, die Eltern für das Wohl ihrer Kinder tragen, ist nicht selten mit Sorgen bzw. Unsicherheiten verbunden, ob „alles gut gehen wird“. Auch wenn sich im Alltag das tatsächliche Leben als Regenbogenfamilie insgesamt viel einfacher als erwartet erweist, besteht eine große Aufgabe von Regenbogenfamilien darin, ihre Familienform für die heterosexuelle Umwelt sichtbar und begreifbar zu machen. Einiges an „Aufklärungsarbeit“ können Eltern übernehmen, aber nicht alles. Wie können Kinder am besten gestärkt und auf Fragen der Umwelt vorbereitet werden? Der erste Schritt liegt in der Reflexion des eigenen Umgangs mit dem Thema, denn nur starke Eltern können ihre Kinder stärken.
Dieser Workshop unterstützt die Teilnehmer_innen, ihre eigenen Ressourcen bzw. Kompetenzen zu erkennen, damit sie gute Vorbilder für ihr Kind sein können. In einem zweiten Schritt werden konkrete Strategien für die Stärkung der Kinder erarbeitet.

Dr. Lisa Green, Psychologin & Familientherapeutin, NELFA e. V., Vorstand;
Stephanie Gerlach, Sozialpädagogin, Autorin

Bericht

A 5 "Eltern werden ist recht schwer, Eltern sein dann noch viel mehr? – Elternrollen in Regenbogenfamilien"

Mama, Mami, Papa, Papi – hinter diesen Begriffen verbergen sich Erwartungen, Haltungen, Wünsche und Erfahrungen. Die neue Vielfalt von Familie verändert Wahrnehmungen und Rollenzuschreibungen in unserer Gesellschaft. Aber wie ist das bei Regenbogenfamilien genau? Wo sind die Besonderheiten und Herausforderungen?
Der Workshop wird sich mit unterschiedlichen Perspektiven auf das Elternsein beschäftigen und Raum geben um über eigene Vorstellungen und Erfahrungen zu sprechen.

Constanze Körner, Leiterin des Berliner Regenbogenfamilienzentrums und des Projekts „Regenbogenfamilien im LSVD Berlin-Brandenburg“

Bericht

Kulturprogramm: Kölner Stadtführung mit Dombesteigung, Besuch des Kölner Zoos oder des Freizeitparks „Phantasialand“ in Brühl

Samstag 03. Mai 2014

Parallele Fachforen (B 1-3) und Workshops (B 4-5) (9.30 – 11.00 Uhr)

B 1 "Von der Familienvielfalt zur Strategie um Homophobie Einhalt zu gebieten"

B 2 "Eine andere Farbe des Regenbogens: Trans*Menschen mit Partner_in und Kindern – Herausforderungen und Wünsche"

Anders und gleich: “Welche besonderen Erfahrungen machen Trans*Regenbogenfamilien?
Welche Erfahrung machen Kinder aus Trans*Familien mit ihrer Umwelt und wie können Trans*Familien gestärkt werden?“ sind die zentralen Fragen des Forums.
Antworten liefern eine aktuelle Promotionsstudie über Kinder von Trans*Eltern und alltagspraktische Erfahrungen einer Trans*Familie.

Dr. Mona Eulitz und Ulrike Giem-Eulitz, Trans*Familie, zwei Töchter
Merel Noomen, Trans*mutter aus den Niederlanden
Jonas Björklund und Silvano Barbieri, Medizinstudent_innen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, www.trans-familien-studie.de.

Bericht

Siehe auch Artikel: „Trans*Familien“ (Markus Ulrich)

B 3 "EU-Lernpartnerschaftsprojekt – LGBT Eltern als eine Erfahrung von Demokratie und aktiver Staatsbürgerschaft"

Das Ziel des Projekts ist es, LGBT-Eltern als aktive Bürger_innen auf europäischer Ebene zu stärken, damit sie Gleichberechtigung und gleiche Würde für ihre Familien auf transnationaler Ebene vertreten können. Das Projekt will den Partnerverbänden und ihren Ehrenamtler_innen dabei helfen, ein besseres Verständnis von Bürgerbeteiligung und individuelle aktive Staatsbürgerschaft im europäischen Kontext zu entwickeln. Das Projekt konzentriert sich auf drei Ebenen des Empowerments für lesbische Mütter und schwule Väter: Aktive Staatsbürgerschaft, Sichtbarkeit ihrer Familienform und rechtliche Fragen.
Während dieses Fachforums werden wir unsere „Europäischen“ Erfahrungen kurz diskutieren und die Ergebnisse des Projekts vorstellen.

Ilaria Trivallato, Projektkoordinatorin, Famiglie arcobaleno (Italien)
Angelo Berbotto, Generalsekretär NELFA e. V. (Großbritannien)
Emmi Pihlajaniemi, Präsidentin Sateenkaariperheet (Finnland)

Hier geht es zum Projekt

B 4 "Eltern sein und Paar bleiben – so dass wir uns nicht verlieren!"

Das „Familienglück“ ist endlich komplett und der heiß ersehnte „Wonneproppen“ lässt jeden Tag zu einem ganz besonderen Ereignis werden. Schnell wird unser/e kleine/r „Schlafräuber_in“ zentraler Punkt aller Aufmerksamkeit: Wie z. B. in den  außerpartnerschaftlichen Beziehungen (Freund_innen, Kolleg_innen, Eltern) oder beim Umgang mit Konflikten und Gefühlen. Wie halte ich trotz Schlafentzug, Babygeschrei oder Erwartungsdruck an „gelungene Elternschaft“ meine Liebe zu meinem Schatz wach und meine Paarbeziehung lebendig?
Dieser Workshop lädt alle Eltern herzlich ein, sich hier als Partner_innen zu begegnen und die Ausdrucksformen Ihrer/Eurer Liebe zu finden, die den persönlichen Liebessprachen ihrer/ihres Liebsten entsprechen – damit die Liebe nicht im Schleier des alltäglichen Elternseins verloren geht!

Kornelia Jansen, Dipl.-Sozialpädagogin, systemische Familienberaterin, familyLab Seminarleiterin,
Blickwechsel im System

Bericht

B 5 "Queer doing gender: Typisch Junge, typisch Mädchen?"

Was ist ein „typisches Mädchen“ und ein „typischer Junge“? Welche Bilder habe ich von einer „guten Mutter“ und einem „guten Vater“? Doing gender meint, dass Geschlecht im alltäglichen Umgang, bewusst und unbewusst, hergestellt wird – die Frage ist, ob das in Regenbogenfamilien anders sein kann oder soll ... ? Soll mein Kind geschlechtssensibel erzogen werden? Wie ist das möglich? Wünsche ich mir eindeutige Rollenvorbilder für mein Kind? Oder eine möglichst große Geschlechtervielfalt?
In diesem Workshop geht es darum, sich eigene Geschlechterbilder bewusst zu machen, zu überlegen, welche an Kinder weitergegeben werden – und welche Spielräume ihnen eröffnet werden können. Ziel des Workshops ist es, Erfahrungen auszutauschen,  verschiedene Standpunkte zu diskutieren und neue Impulse zu bekommen (Vorkenntnisse sind nicht notwendig).

Melanie Ebenfeld, Dipl.-Pädagogin, Trainerin
Stefanie Fichter, B.A. Erziehungswissenschaftlerin, Gender Trainerin
GENDER AND EDUCATION, Berlin

Bericht

Parallele Fachforen (C 1-3) und Workshops (C 4-5) (11.30 – 13.00 Uhr)

C 1 "Rückbesinnung auf Familienwerte – Kirchen, Homosexualität und Regenbogenfamilien"

Der Bezug auf „Familienwerte“ war und ist eine der wichtigsten Legitimationsstrategien von konservativen christlichen Gruppen für die Zurückweisung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Die soziale Wahrnehmung von Regenbogenfamilien unterbricht diese Denkfigur und eröffnet neue Spielräume.
Der Workshop lotet die Schnittmenge aus zwischen den Werten, die von den Kirchen und von Regenbogenfamilien gelebt werden. Ausgangspunkt dafür ist eine kontrovers diskutierte Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Dr. Michael Brinkschröder, kath. Theologe und Soziologe aus München, Co-Präsident des „European Forum of LGBT Christian Groups

Report: "Reclaiming Family Values Church, Homosexuality and Rainbow Families"

Siehe auch Artikel: „Kirche verändert sich ständig“ (Klaus Jetz)

C 2 "Projekt 'Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie'“

Der Landeskoordinator präsentiert das Antidiskriminierungsprojekt „Schule der Vielfalt“. „Schule der Vielfalt“ wendet sich gegen Homo- und Transphobie und setzt sich für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Schulen ein. Seit 2012 ist das Schulministerium NRW Kooperationspartner des Projekts.

Frank G. Pohl, Landeskoordinator von „Schule der Vielfalt“

Bericht

C 3 "Different families, same love."

Wie Grundschulen dazu beitragen können,  Familienvielfalt zu feiern und Homophobie vorzubeugen

Stonewalls DVD für Grundschulen „Celebrating Difference“ bietet praktische Tipps wie ein Umfeld geschaffen werden kann, wo Diversität gefeiert wird und alle Familienformen willkommen sind. Maßnahmen reichen von den richtigen Büchern zu Trainings und sind weit über den britischen Kontext hinaus relevant. Lydia Malmedie leitete die Grundschulkampagne und Produktion dieser Ressource für Stonewall, als sie dort als Bildungsreferentin arbeitete. Die Teilnehmenden werden einen guten Einblick bekommen, wie eine inklusive Grundschule aussehen kann und sie werden einige der Argumente kennenlernen, mit denen der Wandel dahin eingefordert werden kann.

Lydia Malmedie, PhD Fellow Universität Potsdam, Beraterin für Gleichstellung mit Schwerpunkt LGBT Inklusion im Bildungssektor, Pflegefamilien und am Arbeitsplatz

Report: "Celebrating Difference: Working with primary schools – an interactive workshop"

C4 "Unsere Kinder stärken – Vorbereitung für die Reise durch unsere heterosexuelle Gesellschaft"

C 5 "Wir sind Familie – Selbstverständlich?!"

Regenbogenfamilien müssen sich im Alltag häufig erklären, um als Familie sichtbar zu werden. Wie sieht es in Eurem Land aus mit der Sichtbarkeit? Wie viel Selbstverständlichkeit erlebt Ihr als Familie? Wie gestaltet Ihr Euer (alltägliches) Coming-out als Familie und welche Erfahrungen habt Ihr damit gemacht? Gibt oder gab es Stolpersteine? Welche Strategien können es leichter für Eure Familie machen?

Michaela Herbertz-Floßdorf, selbständige Pädagogin, Mundwerk-Training, Autorin der NRW Broschüre „Regenbogenfamilien - Werden und Sein“, Mitautorin der Kölner Studie über Regenbogenfamilien „Wir sind Eltern!“

Bericht

International Family Equality Day 2014 (15.00 - 23.00 Uhr )

Familienfest im Kölner Odysseum

Seit 2012 wird weltweit am ersten Sonntag im Mai der International Family Equality Day (IFED) gefeiert. An diesem Tag wird Familienvielfalt unter dem Regenbogen sicht- und erlebbar und Gesellschaft und Politik sollen für die Notwendigkeit der Gleichbehandlung und Anerkennung aller Familienformen sensibilisiert werden.

Dieser internationale Tag der Regenbogenfamilien rückt nicht nur sexuelle Orientierung und Geschlechtervielfalt innerhalb der Familie ins öffentliche Bewusstsein, er gibt LGBTQ-Eltern und deren Kindern auch die Möglichkeit, ihre Familien und ihre Community zu feiern.

Der IFED setzt weltweit ein Zeichen der Solidarität unter allen Familien: „Zusammen sind wir stark!“

Unter dem Motto „ES LEBE DIE FAMILIENVIELFALT!“ waren alle  Regenbogenfamilien eingeladen zu einem großen Familienfest am Samstag den 03. Mai 2014 von 15.00 – 23.00 Uhr im Kölner Abenteuermuseum Odysseum.

Begrüßung

  • Dr. Hildegard Kaluza, Gruppenleiterin "Familie, Bürgerschaftliches Engagement", Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (Foto)

Die Familien erwartete ein umfangreiches Programm mit Museumsbesuch, Konzert, Tanz & vielfältigen Gelegenheiten zum persönlichen Kennenlernen und transnationalen Vernetzung und natürlich reichlich gutem Essen und Trinken.

Sonntag 04. Mai 2014

Abschlussplenum (09.30 – 11.00 Uhr): Wie wir den Regenbogen in die Schulen Europas bringen – Koalitionen und Strategien

Wie wir den Regenbogen in die Schulen Europas bringen – Koalitionen und Strategien

Podiumsdiskussion

Siehe Artikel: „Wählen gehen! Und Extremisten mit Argumenten der Vernunft entgegentreten!“ (Klaus Jetz)

Abschlusszeremonie (11.00 – 13.00 Uhr) und "Staffelstabübergabe"

  • Philipp Stendebach und Lisa Maria Müller begleiteten die Konferenz filmisch und präsentierten zum Abschluss einen Teaser mit “Botschaften & Stimmungsbilder” der dritten Europäischen Konferenz für Regenbogenfamilien. Hier geht es zum Film.
  • Die Konferenz fand einen schwungvollen Ausklang durch einen musikalischen Performanze einiger "Regenbogenkinder" gemeinsam mit Suli Puschban. (siehe Foto)

Kinderfest- und Jugendprogramm

Regenbogenkinder- und Jugendland

Während der Vorträge, Workshops und Fachforen wurde ein Programm für Kinder und Jugendliche angeboten, das von einem mehrsprachigen Team pädagogischer Fachkräfte von Mohr Events liebevoll und hoch kompetent durchgeführt wird. Die Eltern wie Kinder waren begeistert!

Es wartete jede Menge Spiel, Spaß und Spannung auf Ihre kleinen und großen Kinder und Jugendliche! Angefangen von buntem Mal- und Bastelspaß und Kuschelecken für die ganz Kleinen, über Fotoaktionen und einem Mitmach-Zirkus für die größeren Kinder bis hin zu spannenden Theaterworkshops und Sportturnieren für Jugendliche, die sich schon etwas erwachsener fühlen.
Und das waren nur einige Highlights!

Kinder- und Jugendworkshop „COME AND SING“ mit Suli Puschban

Ergänzt wurde das Programm durch Musik-Workshops für jugendliche und Kinder ab 5 Jahre: Come and sing, dance with us, find a tune, sing for love!

Gesamtmoderation der Konferenz, Übersetzung & Fotos

Moderation: Joy Zalzala-Soyka hat uns vier Tage lang engagiert durch die Konferenz geführt.
Sie ist Visionärin, Mutter und die Gründerin von Sand Step Coaching.

Übersetzung: Die einfühlsame und fachkundige Übersetzung durch Karin Rademacher und ihr Team erntete große Wertschätzung
und trug wesentlich zum transnationalen Wissens- und Erfahrungstransfer aller Konferenzteilnehmer_innen bei (Wort-Wahl).

Fotos: Marie-Andrée Fallu & Dr. Elke Jansen