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Jugendaustausch für die LSBTI-Aktivist*innen von morgen

Internationales Trainingsprogramm „For our #RainbowFuture“ für queere Jugendliche

Für die LSBTI-Aktivist*innen von morgen organisieren wir das internationale Jugendaustauschprogramm „For our Rainbow Future“. An drei einwöchigen Trainings in Berlin, Paris und Tirana nehmen jeweils acht junge LSBTI-Aktivist*innen aus Deutschland, Frankreich und dem Westbalkan teil.

Sie können sich über ihre Erfahrungen und ihren Aktivismus austauschen und werden zudem alles über Organisations entwicklung und Führungsaufgaben, Kommunikationsstrategien oder den Umgang mit Anfeindungen lernen. Danach sollen sie sich gewappnet fühlen, sich gezielt für die LSBTI-Bewegung zu engagieren und als Entscheidungsträger*in Verantwortung zu übernehmen.

Durchgeführt wird das Jugendaustauschprojekt „For our Rainbow Future“ vom LSVD, dem regionalen Netzwerk LSBTI Equal Rights Association (ERA) aus Belgrad und MAG-Jeunes, dem französischen Jugendnetzwerk Mouvement d‘Affirmation des Jeunes Lesbiennes, Gais, Bi et Trans aus Paris. Das Deutsch-Französische Jugendwerk und das Regional Youth Cooperation Office (RYCO) in Tirana unterstützen es.

Treffen in Berlin, Tirana und Paris

Die erste Austauschphase von „For our Rainbow Future“ findet vom 23.-28.07.2019 in Berlin statt. Das Programm steht. Neben Treffen mit lokalen LSBTI-Organisationen, einer Einladung ins Auswärtigen Amt und der Teilnahme am CSD sollen sich die Teilnehmenden vor allem kennenlernen und über die politische und soziale Situation von LSBTI in den drei Regionen austauschen. Zudem beginnen die Workshops.

Im November sind die Jugendlichen dann in Albanien. Neben der Fortführung der Workshops nehmen sie an der Jahres konferenz der LGBTI Equal Rights Association (ERA) in Tirana teil. Zum Abschluss geht es im Juli 2020 nach Paris. Die Teilnahme am Grand Bal des Fiertés im Pariser Rathaus wird sicher einer der Höhepunkte.

Versöhnungspolitik: Jugendaustausch

Den bilateralen Jugendaustausch zwischen Frankreich und Deutschland gibt es seit Jahrzehnten. Er gilt als großer Erfolg der Aus söhnungspolitik zwischen den beiden Ländern. Millionen von Jugendlichen haben teilgenommen und persönliche Beziehungen geknüpft. Anknüpfend daran entstand 2014 die Idee für ein ähnliches Projekt, das die Versöhnung zwischen den Ländern des Westbalkans voranbringen soll.

Mittlerweile gilt der seit vier Jahren stattfindende Jugendaustausch zwischen Frankreich, Deutschland und dem Westbalkan als einer der (wenigen) Erfolge des sogenannten Berlin-Prozesses, der Initiative der Bundesregierung zur Förderung der Reformpolitik in den sechs Westbalkan-Staaten. Eine der Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der EU ist die Bereit schaft zur Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. Das ist auch dringend notwendig.

Während zwischen den jeweiligen Zivilgesellschaften Zusammenarbeit und Austausch florieren, nehmen die Spannungen zwischen einzelnen Staaten zu. Dragana Todorovic von ERA bestätigt, dass es immer schwieriger wird, Regierungsvertreter*innen aus der Region an einen Tisch zu holen. Ganz abgesehen davon, dass sie sich mit LSBTI-Themen schwertun.

EU oder Russland?

Hinzu kommt, dass die EU dort mittlerweile an Attraktivität verliert. Nationalistische Strömungen sind nicht nur in der EU, sondern auch auf dem Westbalkan auf dem Vormarsch. Seit 2002 befindet sich die Region im „Wartezimmer“ der EU. Die lange Wartezeit führt auch dazu, dass immer mehr Menschen nach Alternativen suchen und sich etwa nach Russland orientieren. Kein einfacher politischer Hintergrund also, vor dem unser Programm „For our Rainbow Future“ stattfindet. Daher ist es für Verständigung und Versöhnung sowie zur Entwicklung der europä-ischen LSBTI-Bewegung umso wichtiger.


Das internationale Austausch- und Trainingsprogramm „For our RainbowFuture“ wird durchgeführt vom Leben- und Schwulenverband (LSVD), Mouvement d’Affirmation des Jeuns Gais, Lesbiennes, Bi & Trans (Mag Jeunes LGBT) und der LGBTI Equal Rights Association (ERA) zusammen mit dem Deutsch-Französischen Jugendaustausch. Unterstützt vom Auswärtigen Amt und dem Französischen Außenministerium.