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Die Zeit ist reif – Stimmen Sie für die Liebe, Stimmen Sie für die Ehe für Alle

Die Zeit ist reif – Stimmen Sie für die Liebe, Stimmen Sie für die EheFürAlle

Sehr geehrte Bundestagsabgeordnete der Union,

morgen haben Sie Gelegenheit, Geschichte zu schreiben. Mit der Abstimmung zur Eheöffnung können Sie die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare beenden. Sie können dafür stimmen, dass in Deutschland nicht das Geschlecht darüber entscheidet, ob man heiraten darf oder nicht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da zu sein.

Große Mehrheit der Bevölkerung für Eheöffnung

Laut einer repräsentativen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit 83% der Befragten eine große Mehrheit in Deutschland für die Eheöffnung. Schon 2013 waren 74 %, d.h. 3/4 der Bundesbürger*innen für eine völlige Gleichstellung. Laut einer heute von der FAZ veröffentlichten Umfrage sind auch 73% der Wähler*innen der Union für die Eheöffnung.

In guter Gesellschaft 22 Länder weltweit, 13 Länder in Europa haben Ehe geöffnet

Inzwischen haben 22 Länder weltweit die Ehe geöffnet. Deutschland wäre das 14. Europäische Land und damit in guter Gesellschaft. von Niederlande (2001), Belgien (2003), Spanien (2005), Norwegen (2009), Schweden (2009), Island (2010), Portugal (2010), Dänemark (2013), Frankreich (2013), Luxemburg (2014), England und Schottland (2014), Irland (2015) und Finnland (2017). Der Überblick zeigt, dass es in vielen europäischen Ländern eine Entwicklung hin zur Ehe gegeben hat. Oft wurde in die diesen Ländern zunächst als erster Schritt ein besonderes Partnerschaftsinstitut für gleichgeschlechtliche Paare geschaffen, dann folgte als zweiter Schritt die Öffnung der Ehe.

Kinder in Regenbogenfamilien geht es gut

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage zu Regenbogenfamilien in Deutschland (Drucksache 18/2174) vom 21. Juni 2014 hat die Bundesregierung bereits deutlich gemacht, dass ihr keine empirischen wissenschaftlichen Studien bekannt sind, die Nachteile für Kinder in gleichgeschlechtlichen Familien belegen. Auch das Bundesverfassungsgericht ist 2014 nach eingehender Sachverständigenbefragung zu dem Ergebnis gelangt, dass die behüteten Verhältnisse einer eingetragenen Lebenspartnerschaft das Aufwachsen von Kindern ebenso fördern können wie die einer Ehe und Regenbogenfamilien durch Art. 6 GG geschützt sind.

Kirchen in Deutschland haben sich geöffnet

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat am 28. Juni 2017 erklärt: „Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung. Aus Sicht der EKD bietet die Ehe dafür beste Voraussetzungen und ist deshalb ein Zukunftsmodell. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für ein Zusammenleben von zwei Menschen, das auf lebenslanger Treue beruht. Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD. Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch keineswegs geschmälert. Im Gegenteil – sie wird noch einmal unterstrichen.“

Auch unter Katholikinnen und Katholiken gibt es zahlreiche Fürsprecher für die Eheöffnung, insbesondere in den Organisationen der katholischen Jugend und der katholischen Frauen.

Eheöffnung stärkt die Ehe

Die Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare schadet der Ehe in keiner Weise. Heterosexuelle Menschen werden nicht weniger heiraten, wenn auch lesbische und schwule Paare das dürfen. Sie werden sich auch nicht weniger dafür entschließen, Kinder zu wollen. Durch die Aufhebung des Eheverbots für gleichgeschlechtliche Paare ändert sich für heterosexuelle Paare nichts. Vielmehr wird die Ehe dadurch gestärkt, dass man sie auch für Lesben und Schwule ermöglicht.

Konservativsein sollte im 21. Jahrhundert nicht länger über die Abwertung von Lesben und Schwulen und ihren Partnerschaften definiert werden. Ihre Diskriminierung schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Gleichstellung durch die Eheöffnung ist ein starkes Signal der Akzeptanz.

Es geht um Liebe! Sie haben es in der Hand. Folgen Sie Ihrem Gewissen: Trauen Sie sich, trauen Sie uns.

Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Für den LSVD-Bundesvorstand
Axel Hochrein