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Zivilgesellschaft im Fadenkreuz von rechts

Was können wir rechten Angriffen und Diffamierungen entgegensetzen?

Ergebnisse des Fachforums 1 auf der Dritten Regionalkonferenz des LSVD-Projekts "Miteinander stärken"

Expert*innen: Cemalettin Özer (Vorstandsmitglied des Bundesverbands Netzwerke von Migrantenorganisationen), Ludwig Weigel (Referent für jugendpolitische Themen beim Deutschen Bundesjugendring), Frank Hoyer (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim ASB NRW)
Leitung: Stefanie Schmidt, LSVD-Bundesvorstand

Rechtspopulistischen Ideologien entgegenzutreten wird auch für zivilgesellschaftliche Organisationen immer mehr zu einer Herausforderung. Dabei kommt es längst nicht nur darauf an, als Organisation eine eigene  Position zu entwickeln, sondern diese auch in praktisches Handeln umzusetzen. Zusammen mit Expert*innen,  Praktiker*innen und Teilnehmenden haben wir Handlungsmöglichkeiten diskutiert und Strategien für folgende Problemlagen aufgezeigt:

  • Wie können Vereine und Initiativen reagieren, wenn die eigene Arbeit von rechts diskreditiert und angegriffen wird?
  • Welche Strategien könnten hilfreich sein, um das Miteinander von Organisationen in unterschiedlichen Themenbereichen zu stärken?

Fachlicher Einstieg

Zu Beginn des Fachforums stellte die Leitung Stefanie Schmidt (LSVD-Bundesvorstand) noch einmal kurz die bisherigen Projekterkenntnisse dar. Bei den Vernetzungstreffen in Dortmund und Magdeburg hatten Ehrenamtler*innen und Aktivist*innen bereits erste Strategieansätze diskutiert und entwickelt.

Die Teilnehmenden dieser Treffen hatten bereits erkannt, dass Angriffe aus der ‘rechten Ecke‘ nicht nur aus fachlicher Sicht als falsch und grob einseitig zu klassifizieren sind, sondern dass diese auch normativ aufgeladen sind und ihnen meist ein völkisch-nationalistisches Menschenbild zugrunde liegt.

Darüber hinaus dienten Diffamierungen dieser Art nicht etwa der sachlichen Auseinandersetzung, sondern es geht viel eher um die Deutungshoheit an sich. In diesem Zusammenhang wurden bereits folgende Maßnahmen entwickelt, um diesen Angriffen entgegenzuwirken.

Bereits diskutierte Einzelmaßnahmen

  • sachliche Entkräftung der Vorwürfe
  • solange wie möglich: Vorwürfe konkretisieren lassen / Rechtspopulist*innen zur Diskussion stellen
  • Gegenpositionen verbreiten und sichtbar machen
  • Support: Vernetzung von Betroffenen untereinander und miteinander
  • Forderungen formulieren, die auch für andere Organisationen anschlussfähig sind
  • Politik auffordern, Lösungen zu suchen
  • gegen Angriffe aus dem rechten Lager auf die Straße gehen

Stefanie Schmidt merkte bei ihrem Rückblick an, dass es sinnvoll sei, diese Ergebnisse noch weiter zu systematisieren und in passgenaue praktische Strategien zu überführen. Gleichwohl sollte jedoch auch der jeweilige Situationsrahmen berücksichtigt und zwischen Strategie und Einzelmaßnahme unterschieden werden.

Bestandteile einer "guten Strategie"

  • Bündel von aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen
  • jede Einzelmaßnahme muss legitim sein, d.h. keine darf gegen Normen und Gebräuche der Organisation oder des „Feldes“ verstoßen
  • eine gute Strategie muss im normalen Geschäftsbetrieb umsetzbar und möglichst reproduzierbar sein
  • eine gute Strategie muss ökonomisch vertretbar sein

Fazit

  • Der Handlungsrahmen sollte immer berücksichtigt werden. 
  • Strategien sollten vor allem reproduzierbar sein. 

Wie haben Organisationen reagiert? - Vorstellung der Praxisbeispiele