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Seit 1990 für Menschenrechte, Vielfalt und Respekt - Kleine Geschichte des LSVD

1990

18.02.1990
Unser Verband wird in Leipzig als „Schwulenverband in der DDR“ (SVD) gegründet.

18.07.1990
Der SVD richtet einen Appell an die Volkskammer, sich energisch gegen die Ausdehnung des § 175 auf das Gebiet der DDR zu richten. Im Einigungsvertrag wird der § 175 wie der § 218 von der Übertragung des bundesdeutschen Strafrechts auf die neuen Länder ausgenommen. Das gespaltene Recht legt den Grundstein für die spätere Streichung des Homosexuellen-Paragraphen.

1992

19.08.1992
Aktion Standesamt. 250 schwule und lesbische Paare beantragen bundesweit das Aufgebot zum Zwecke der Eheschließung.

Herbst 1992
Gemeinsam mit der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft Homosexuelle und Kirche (HuK) organisiert der SVD eine Prominenten-Initiative mit der Forderung nach einer Grundgesetzklausel, wonach niemand wegen der sexuellen Identität diskriminiert werden darf. Der Bundestag schmettert die Gesetzesinitiative ab. Der SVD kann aber darauf Einfluss nehmen, dass in den Landesverfassungen von Brandenburg, Berlin und Thüringen ein ausdrückliches Diskriminierungsverbot aufgenommen wird.

1993

20.10.1993
Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages zum § 175. Mit SVD-Sprecher Volker Beck wird erstmals in der Geschichte des § 175 ein Vertreter einer Schwulenorganisation als Sachverständiger zum Homosexuellen-Strafrecht im Parlament angehört. Am 31.05.1994 wird der § 175 StGB schließlich endgültig aufgehoben.

1994

08.02.1994
Das Europäische Parlament fasst eine Entschließung zur Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben in der Europäischen Union (Roth-Bericht), die in vielen Punkten auf einer Eingabe des SVD basiert.

1995

21./22.10.1995
Zusammen mit anderen Organisationen veranstaltet der SVD-Landesverband Nordrhein-Westfalen in Köln den bundesweit ersten Kongress zu Homosexualität und Alter „Gay and Gray“. Rund 150 Teilnehmer diskutieren zwei Tage über das Thema „Schwule und Alter“.

1996

02.09.1996
Der SVD legt in Bonn den ausformulierten Entwurf für ein Antidiskriminierungsgesetz vor.

04.12.1996
Der SVD-NRW startet gemeinsam mit dem Landeskriminalamt die Aktion „Liebe verdient Respekt“. Mit Großflächenplakaten und weiteren Medien wird um Akzeptanz für homosexuelle Lebensweisen geworben.

1997

12.04.1997
Der SVD-Verbandstag fordert ein Denkmal der Bundesrepublik Deutschland in Berlin, das sich mit der Verfolgung und Unterdrückung von Homosexuellen im Nationalsozialismus auseinandersetzt.

1999

17.01.1999
Gemeinsam mit weiteren Verbänden organisiert der SVD Protestaktionen gegen ein Hirtenwort der Katholischen Bischöfe. Darin wurde die Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften als „schädlich für die Menschen“ und „zerstörerisch für die Gesellschaft“ bezeichnet.

06./ 07.03.1999
Der 11. Verbandstag in Köln beschließt mit überwältigender Mehrheit die Erweiterung zum „Lesben- und Schwulenverband in Deutschland“. Programm, Satzung und Name werden ergänzt. Der SVD wird zum LSVD.

30.03.1999
Mit dem Aufruf „Gleich viel Recht für gleich viel Liebe“ gibt der LSVD den Startschuss zur „Aktion JA-Wort“. Ziele sind die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Paare mit der Ehe sowie die volle gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen.

2000

08./ 09.04.2000

Hamburg: Mit Bundesfamilienministerin Dr. Christine Bergmann besucht zum ersten Mal ein Mitglied der Bundesregierung einen LSVD-Verbandstag. Sie hält eine Gastrede zum zehnjährigen Verbandsjubiläum.

10.11.2000
Der Bundestag beschließt das Lebenspartnerschaftsgesetz. Zehn Jahre zäher Überzeugungsarbeit des LSVD haben sich gelohnt. Es ist gelungen, die öffentliche Meinung auf unsere Seite zu ziehen.

14.12.2000
Auf Initiative des LSVD empfängt Johannes Rau als erster Bundespräsident eine Delegation lesbischer Bürgerinnen und schwuler Bürger.

2001

03.05.2001
Die Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ und der LSVD treten mit dem Aufruf „Ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“ an die Öffentlichkeit. Zahlreiche Prominente unterzeichnen den Aufruf.

01.08.2001
Das Lebenspartnerschaftsgesetz tritt in Kraft. Der LSVD gratuliert den ersten homosexuellen Paaren, die zum Standesamt gehen.

2002

17.07.2002
Das Bundesverfassungsgericht stellt fest, dass das Lebenspartnerschaftsgesetz mit dem Grundgesetz vereinbar ist und weist die Verfassungsklagen der Bundesländer Bayern, Sachsen und Thüringen zurück und folgt damit in weiten Teilen der Argumentation des LSVD. In der vorausgegangenen mündlichen Verhandlung war Manfred Bruns Gelegenheit gegeben worden, die Position des LSVD darzulegen.

15.09.2002
Der LSVD startet das Projekt „Regenbogenfamilien“ zur Beratung von lesbischen Müttern, schwulen Vätern und ihren Kindern sowie von Lesben und Schwulen mit Kinderwunsch.

2003

11./12.10.2003
Der LSVD führt in Berlin die bundesweite Fachtagung „Regenbogenfamilien – familiäre und gesellschaftliche Wirklichkeit“ durch. Die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die zum Teil mit ihren Kindern angereist waren, tauschen sich mit Vertretern aus Politik, Lehre und Forschung, sowie mit Fachpersonal aus den Familienverbänden, Familien-und Jugendberatungsstellen aus.

07. – 09.11.2003
Der LSVD Berlin-Brandenburg ist Mitveranstalter des ersten Bundeskongresses Türkeistämmiger Lesben, Schwuler, Bisexueller, Transsexueller und Transgender.

12.12.2003
Der Bundestag beschließt gegen die Stimmen der CDU/CSU, in Berlin ein nationales Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen zu errichten.

2004

25.06.2004
Der LSVD startet die Kampagne „Gay Solidarnosc“ zur Unterstützung der Lesben- und Schwulenbewegung in Polen und anderen osteuropäischen Ländern, wo es immer wieder zu CSD-Verboten und Übergriffen auf CSD-Demonstrationen kommt.

03.07.2004
Der LSVD startet seine Kampagne gegen Bühnenauftritte von homophoben Dancehall-Sängern in Deutschland, die in Songtexten zu Gewalt gegen Homosexuelle aufrufen. In den Folgejahren werden mehrere Konzerte abgesagt.

2005

01.01.2005
Das Überarbeitungsgesetz zum Lebenspartnerschaftsgesetz tritt in Kraft. Es beinhaltet auch die Stiefkindadoption sowie die Hinterbliebenenversorgung in der gesetzlichen Rente.

01.01.2005
Der LSVD startet das Projekt „Homosexualität als Thema in Migrationsfamilien“ zur kultursensiblen Aufklärung von Familien und Trägern der Familienhilfe und -beratung.

28.02.2005
Der LSVD und seine Bündnisorganisationen starten die Aktion 1:1 zur vollen rechtlichen Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften. Schritt für Schritt gelingt es in den folgenden Jahren, in den Parlamenten und vor Gericht weitere Rechte zu erkämpfen.

15.04.2005
Die erste Ausgabe der LSVD-Zeitschrift für Lesben- und Schwulenpolitik „respekt!“ erscheint.

2005

Der LSVD Saar eröffnet in Saarbrücken mit dem „Checkpoint“ das Informations-, Kommunikations- und Beratungszentrum für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Freunde im Saarland.

Oktober 2005
Der LSVD Sachsen-Anhalt und die Heinrich-Böll-Stiftung veranstalten die Tagung „Lesben und Schwule in der DDR“. Die Ergebnisse werden in einem Sammelband veröffentlicht.

2006

02.06.2006
Der LSVD organisiert Demonstrationen vor den russischen Vertretungen in Berlin, Hamburg, Bonn und München gegen Unterdrückung von Lesben und Schwulen in Russland.

18.08.2006
Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz tritt in Kraft. Trotz heftiger Widerstände aus Wirtschaft und Politik ist es gelungen, den Diskriminierungsschutz für Lesben und Schwule sowohl im arbeitsrechtlichen Wie im zivilrechtlichen Teil des Gesetzes zu verankern.

26.08.2006
Der LSVD-Landesverband Berlin-Brandenburg veranstaltet die ersten Respect Gaymes. 300 Sportlerinnen und Sportler nehmen an dem Turnier gegen Homophobie teil. Neben sportlichen Wettbewerben stehen Graffiti, Rap, Streetdance sowie Aufklärungsworkshops auf dem Programm.

12.12.2006
Der LSVD erhält offiziellen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialausschuss der Vereinten Nationen (ECOSOC).

2007

10.05.2007
Der LSVD startet eine Kampagne zur Ergänzung von Artikel 3 Grundgesetz um das Merkmal der sexuellen Identität. Sie wird in den kommenden Jahren als Aktion 3+ bekannt und von zahlreichen Prominenten sowie zivilgesellschaftlichen Verbänden und Organisationen unterstützt.

11.06.2007
Der LSVD gründet die Hirschfeld-Eddy-Stiftung für die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender.

13.06.2007
Der LSVD initiiert die Kampagne „Keine halben Sachen!“ zur steuerrechtlichen Gleichstellung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften.

2008

27.05.2008
In Berlin wird das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen der Öffentlichkeit übergeben. Für den LSVD spricht auf der Veranstaltung Bundesvorstand Günter Dworek. Er erinnert an die Verfolgung im Nationalsozialismus wie in der Nachkriegszeit und betont die Bedeutung des Gedenkorts für die Gegenwart.

10.06.2008
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung veröffentlicht die deutsche Ausgabe der Yogyakarta-Prinzipien mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes. Die „Yogyakarta-Prinzipien zur Anwendung der Menschenrechte in Bezug auf die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“ waren 2006 von namhaften internationalen Menschenrechtsexpertinnen und -experten entwickelt worden.

04. /05.10.2008
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung führt in Kiew/Ukraine zusammen mit dem ukrainischen Lesben- und Schwulenverband „Nash Mir“ die Menschenrechtskonferenz „Lesbian and Gay Rights are Human Rights“ durch.

November 2008
Gründung des LSVD-Landesverbandes der Lesben und Schwulen in Mecklenburg-Vorpommern „Gaymeinsam“ e.V. Er versteht sich als Dachverband der lesbisch-schwulen Vereine, Gruppen und Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern und als gemeinsames Sprachrohr gegenüber Politik und Verwaltung.

2009

01.01.2009
Erfolg der Aktion „Keine halben Sachen!“: Das Gesetz zur Erbschaftsteuerreform tritt in Kraft und bringt eingetragenen Lebenspartnerschaften gleiche Freibeträge.

06.03.2009
L-Day in Berlin: Der LSVD feiert 10 Jahre „elles“ im LSVD.

17.05.2009
Zum 60. Jahrestag des Grundgesetzes intensiviert der LSVD die 3+ Kampagne für eine Ergänzung des Diskriminierungsverbotes in der Verfassung u.a. durch eine Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.

10.06.2009
Der LSVD Bayern feiert das 10jährige Bestehen des Landesverbandes mit einer großen Gala in Würzburg.

07.07.2009
Das Bundesverfassungsgericht trifft eine Grundsatzentscheidung zu Ehe, Familie und Lebenspartnerschaft und verhilft der Gleichstellung zum Durchbruch.

25.07.2009
Der LSVD nimmt in einer großen Trauerfeier Abschied von Jacques Teyssier. Der langjährige Bundesschatzmeister und Ehrenvorsitzende erlag mit nur 53 Jahren einem Krebsleiden.

01.12.2009
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung ruft zur Unterstützung von Sexual Minorities Uganda auf: Im ostafrikanischen Staat Uganda droht eine Verschärfung des homophoben Strafrechts.

2010

09.04.2010
Mit einem großen Festakt und über 500 Gästen feiert der LSVD in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin seinen 20. Geburtstag.

10.04.2010
Der LSVD-Verbandstag verabschiedet das neue Programm „Gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt“.

23.04.2010
Der LSVD veröffentlicht die Studie „Doppelt diskriminiert oder gut integriert? Lebenssituation von Lesben und Schwulen mit Migrationshintergrund“.

17.05.2010
Der LSVD Hamburg ruft am Internationalen Tag gegen Homophobie zum ersten Rainbowflashmob in Deutschland auf. 700 Menschen setzen auf dem Rathausmarkt ein Zeichen für Menschenrechte und gegen Homophobie.

04. /05.06.2010
Die zweite internationale Menschenrechtskonferenz der Hirschfeld-Eddy-Stiftung findet in Zusammenarbeit mit dem lettischen Lesben- und Schwulenverband „Mozaika“ in Riga/Lettland statt.

22. – 27.11.2010
Auf Anregung des LSVD werden 13 LGBT-Aktivistinnen und Aktivisten aus Afrika vom Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung zu einer Informationsreise nach Deutschland eingeladen. Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung wirbt für die Unterstützung von LGBT-Projekten in Afrika.

2011

17.02.2011
Der saarländische Landtag nimmt nach langjährigen Bemühungen des LSVD Saar den Begriff der „sexuellen Identität“ einstimmig in die Landesverfassung auf.

30.03.2011
Der LSVD übergibt an den Staatssekretär Stadler im Bundesjustizministerium 40.000 Unterschriften, die eine Grundgesetzänderung und die Aufnahme der sexuellen Identität in Artikel 3 fordern.

01.07.2011
Der LSVD startet in Köln das bundesweite vom BMFSFJ über drei Jahre geförderte Projekt „Homosexualität und Familien - eine Herausforderung für familienbezogenes Fachpersonal“.

3007. 2011
Der LSVD führt im Berliner Roten Rathaus die Konferenz „10 Jahre Lebenspartnerschaft – Reif für die Ehe“ mit rund 150 Teilnehmenden durch.

22.09. 2011
Der LSVD Berlin-Brandenburg und der LSVD Bundesverband organisieren am Tag der Papstrede im Bundestag gemeinsam mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis eine Demonstration unter dem Motto „Keine Macht den Dogmen“, an der sich rund 15.000 Menschen beteiligen.

2012

12.03.2012
 In Brüssel gründet sich das Europäische Netzwerk der Regenbogenfamilienverbände NELFA. Der LSVD hat diesen Prozess von Anfang an begleitet, er ist Gründungsmitglied der NELFA und im Vorstand vertreten.

07.04.2012
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung und „Coming Out“ präsentieren in St. Petersburg eine Plakatkampagne mit Motiven, die Pjotr Tschaikowski, Rudolf Nurejew und Marina Zwetajewa mit zugeklebten Mündern zeigen. Kurze Texte aus persönlichen Briefen und Dokumenten der russischen Kulturgrößen verweisen auf deren Homosexualität. Der Protest richtet sich gegen das homophobe so genannte „Propagandaverbot“.

20.04.2012
Der LSVD führt zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin eine Konferenz zum Thema „Sexuelle Identität und Gender. (K)Ein Thema in Schulbüchern?“ durch.

06.05.2012
Der LSVD und die Initiative lesbischer und schwuler Eltern (ILSE) setzen zum „International Family Equality Day“ mit Regenbogenfamilienfesten in deutschen Zoos ein Zeichen für die weltweite Solidarität aller Regenbogenfamilien, für ihre Stärkung und Gleichstellung in Deutschland.

19.09.2012
Für sein Engagement gegen Diskriminierung erhält Manfred Bruns den Preis der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Der LSVD präsentiert beim Festakt die von der ADS unterstützte zweisprachige Festschrift für Manfred Bruns, in der die rechtliche Entwicklung zum Thema LSBTI in Deutschland und Manfred Bruns’ Rolle dabei gewürdigt werden.

26./27.10.2012
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung und das Russian LGBTI Network führen in St. Petersburg mit Unterstützung der EVZ-Stiftung und des Auswärtigen Amtes die Menschenrechtskonferenz „Bedeutung, Herausforderungen und Perspektiven der Antidiskriminierungspolitik in der Russischen Föderation“ durch.

19.-23.11.2012
Die Hirschfeld-Eddy-Stiftung führt mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes eine Besuchsreise von afrikanischen LSBTI-Menschenrechtsverteidiger*innen in Berlin durch, um Unterstützung für ihren Menschenrechtskampf zu mobilisieren. Die Gäste treffen mit Abgeordneten, Kirchen- und Religionsvertreter*innen und Aktivist*innen aus Deutschland zusammen. Auch in den folgenden Jahren werden ähnliche Delegationsreisen organisiert.

2013

22.03.2013
Vor dem Bundesrat demonstriert der LSVD für die Unterstützung der Gesetzesinitiative der Länder Rheinland-Pfalz, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zur Öffnung der Ehe.

02.10.2013
Spitzengespräch des LSVD mit dem Deutschen Olympischen Sportbund über die Positionierung des Leistungssports und des DOSB zur russischen Gesetzgebung gegen "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" im Vorfeld und während der Olympiade in Sotschi.

26.11.2013
Der LSVD demonstriert am Ort der Koalitionsverhandlungen vor der SPD-Parteizentrale und fordert angesichts der drohenden Festschreibung der Diskriminierung im Koalitionsvertrag insbesondere die Öffnung der Ehe einschließlich des Adoptionsrechts.

05./06.12.2013
LSVD und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit führen in Berlin die Konferenz „Increasing Support and Resources for LSBTI Rights“ für Vertreterinnen und Vertreter von NGOs, Stiftungen und Regierungen von Geberländern durch. Rund 80 Personen aus 21 Ländern nehmen teil.

2014

März 2014
Start des LSVD-Projektes zur „Stärkung von Lesben und Transgender in Subsahara-Afrika“, das in Kooperation mit unserer Partnerorganisation Coalition of African Lesbians und filia.die frauenstiftung sowie mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit für drei Jahre von Südafrika aus in den Nachbarländern Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe durchgeführt wird.

20.03.2014
Der LSVD präsentiert in Berlin die Ergebnisse seines vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Homosexualität und Familie - eine Herausforderung für familienbezogenes Fachpersonal“.

05.04.2014
Der LSVD-Verbandstag verabschiedet ein „Manifest gegen Homophobie und Transphobie“.

01.-04.05.2014
Der LSVD führt in Köln zusammen mit dem Network of European LSBTI Families Associations (Nelfa) und der Friedrich-Ebert-Stiftung und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Europäische Konferenz für Regenbogenfamilien „Different Families – Same Schools” durch.

05.07.2014
Der Benefizsong „100 % Mensch“ zugunsten der Menschenrechtsarbeit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Nigeria, Russland und Uganda wird auf dem Kölner CSD präsentiert.

11.-13.09.2014
Zusammen mit der serbischen Partnerorganisation „Labris“ und dem „Forum for Ethnic Relations“ veranstaltet die Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Belgrad mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und des Auswärtigen Amtes eine Konferenz zum Thema „Menschenrechte von sexuellen Minderheiten und Nichtdiskriminierung in Serbien“.

2015

01.02.2015
Start der Bund-Länder-Koordination des LSVD zur Stärkung der Landesverbände und deren inhaltlicher Arbeit. Die BLK ist die Kontaktstelle in allen Fragen der Verbandsarbeit und Schnittstelle zwischen den Landesvorständen und dem Bundesverband.

01.03.2015
Start des Projektes „LSBTI-Plattform Menschenrechte“ der Hirschfeld-Eddy-Stiftung zur Vernetzung in der Menschenrechtsarbeit für LSBTI.

27.03.2015
Beschluss der Ministerpräsident*innenkonferenz über einen neuen ZDF-Staatsvertrag. Auf Druck des LSVD gibt es erstmals eine LSBTI-Vertretung im ZDF-Fernsehrat: Der Freistaat Thüringen entsendet Jenny Renner vom dortigen LSVD-Landesverband.

10.06.2015
LSVD-Kongress „Respekt statt Ressentiment. Strategien gegen die neue Welle von Homo- und Transphobie“ zusammen mit der Amadeu Antonio Stiftung und mit Unterstützung des BMFSFJ in der Berliner Werkstatt der Kulturen.

12.06.2015
Der LSVD appelliert an die 16 Regierungschefinnen und -chefs der Länder, über den Bundesrat für die Öffnung der Ehe initiativ zu werden. Mit einer Kundgebung vor dem Bundesrat stärkt der LSVD den Ländern den Rücken, die sich für Gleichstellung einsetzen.
 
01.07.2015
Start des dreijährigen LSVD-Modellprojektes „Beratungskompetenz zu Regenbogenfamilien – Erfordernisse und Potenziale in professioneller Begleitung“ mit Unterstützung Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ.

15.-17.09.2015
Konferenz der Hirschfeld-Eddy-Stiftung in Belgrad zusammen mit der serbischen Partnerorganisation Labris und dem US-Victory Institute und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes: Mehr als 160 Menschenrechtsaktivist*innen und Parlamentarier*innen aus allen Ländern des Westlichen Balkans und seiner Nachbarn beraten über Strategien für mehr politische Partizipation von LSBTI. Weitere Konferenzen finden 2016 im Kosovo und 2017 in Montenegro statt.

18.09.2015
Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, stellt sich auf einer öffentlichen Veranstaltung des LSVD-Saar in Saarbrücken der Diskussion über ihre diffamierende Verknüpfung der Ehe für alle mit Inzest und Polygamie.

25.09.2015
Der Bundesrat bringt einen Gesetzesentwurf zur Öffnung der Ehe auf den Weg, der schließlich 2017 zum Erfolg führt.

21.12.2015
Der LSVD trauert um Martin Pfarr. Er war bereits in der DDR als schwuler Bürgerrechtler aktiv und danach langjähriges Mitglied im LSVD-Landesvorstand Sachsen-Anhalt und im Bundesvorstand.

2016

16./17.04.2016
Der LSVD-Verbandstag fasst einen umfangreichen Grundsatzbeschluss „Flüchtlinge schützen – Integration fördern“.

Juli 2016
 Der LSVD legt ein gemeinsam mit dem Bundesverband Trans* (BVT*) und weiteren LSBTI-Organisationen entwickeltes Eckpunktepapier für einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit vor, das von zahlreichen weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt wird.

28.07.2016
Erstmals führt der LSVD eine Schulung von Entscheider*innen und Sonderbeauftragten für geschlechtsspezifische Verfolgung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge durch.

2017

01./02.04.2017
Der LSVD-Verbandstag in Berlin beschließt ein detailliertes Positionspapier „Regenbogenfamilien im Recht“ als Ergebnis eines zweijährigen intensiven Diskussionsprozesses im Verband.

02.05.2017
Basierend auf dem 2016 entwickelten Eckpunktepapier für einen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit erarbeitet eine Redaktionsgruppe aus LSVD, Bundesvereinigung Trans* (BVT) und dem Netzes gegen Rassismus ein gemeinsames Papier „Menschenrechte schützen, Diskriminierung beseitigen“. Es wird dem am 14. Juni 2016 beschlossenen Regierungsdokument für einen Nationalen Aktionsplan offiziell als Anhang beigefügt. Den Regierungsplan selbst kritisiert der LSVD als völlig unzureichend.

09.05.2017
LSVD-Fachtagung „Regenbogenfamilien bewegen! Beratung zukunftsträchtig gestalten“ in Berlin mit über 100 Fachkräften aus der Familien-, Erziehungs-, Schwangerschafts- und Paarberatung.

01.06.2017
Internationale Konferenz „Time to react – zivilgesellschaftliche Handlungsspielräume stärken“ der Hirschfeld-Eddy-Stiftung im Auswärtigen Amt in Berlin.

22.06.2017 Der Bundestag beschließt das Gesetz zur Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer antihomosexueller Strafgesetzgebung. Mit zahlreichen Eingaben und Stellungnahmen hatte der LSVD seit Jahren Druck auf Bundesregierung und Bundestag gemacht.

30.06.2017
Mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare findet der jahrzehntelange Kampf des LSVD einen bewegenden Höhepunkt auf dem Weg zur vollständigen rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

01.07.2017
Start des bundesweit agierenden LSVD-Projekts „Miteinander stärken. Rechtspopulismus entgegenwirken“. Ziele sind die Stärkung von Aktivist*innen, Fachkräften und Bündnispartner*innen, die Vernetzung für neue Bündnisse für gleiche Rechte, Vielfalt und Respekt sowie die Entwicklung von Strategien gegen Rechtspopulismus.

01.09.2017
Start des LSVD-Projektes Queer Refugees Deutschland mit Unterstützung der Integrationsbeauftragten des Bundes.

14.09.2017
Der LSVD reicht einen Bericht zu Deutschland im UN-Menschenrat in Genf im Rahmen von dessen periodischer Überprüfung der Mitgliedstaaten ein. Er thematisiert darin vor allem die unzureichende Gesetzgebung gegen Hasskriminalität, den notwendigen Nationalen Aktionsplan gegen Homophobie und Transfeindlichkeit und die ausstehende menschenrechtsorientierte Reform des Transsexuellenrechts.

30.09.2017 Der LSVD muss Eddi Stapel zu Grabe tragen. Der Bürgerrechtler, Gründungsvater und langjährige Ehrenvorsitzende des LSVD starb am 3. September 2017. Er ist auf dem Friedhof von Bismark (Sachsen-Anhalt) bestattet.

10.09.2017
Das Bundesverfassungsgericht verkündet seine wegweisende Entscheidung zur „dritten Option“ beim Geschlechtseintrag.. Der LSVD hatte zu dem Verfahren auf Anfrage des Bundesverfassungsgerichts eine detaillierte Stellungnahme abgegeben und eindringlich für eine solche Öffnung plädiert.

08.12.2017
LSVD-Workshop mit Multiplikator*innen in Berlin zum Spannungsfeld Islamophobie und Homophobie.

16./17.12.2017
Erster Empowerment- und Vernetzungs-Workshop mit geflüchteten LSBTI-Aktivist*innen in Köln im Rahmen des LSVD-Projektes Queer Refugees Deutschland

2018

15. - 18.01.2018
Mawjoudin Queer Film Festival in Tunis mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Hirschfeld-Eddy-Stiftung.

17.02.2018
Der LSVD lädt im Rahmen des Projektes „Miteinander stärken“ zu einem ersten Regenbogenparlament in Berlin mit 100 Teilnehmenden. Ähnliche Veranstaltungen in weiteren Regionen folgen.

21./22.04.2018
Der LSVD-Verbandstag in Köln beschließt unter dem Motto „Menschenrechte, Vielfalt und Respekt“ ein neues Grundsatzprogramm für neue Zeiten. Es setzt einen Fokus darauf, die Anerkennung von LSBTI weiter auszubauen, die erkämpften Rechte im Alltag durchzusetzen und sich jeden Rollback entgegenzustemmen.

03.06.2018
Anlässlich des 10. Jahrestages des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen besucht mit Frank-Walter Steinmeier auf Einladung des LSVD, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Bundestiftung Magnus Hirschfeld erstmals ein Bundespräsident den Gedenkort und überhaupt eine LSBTI-Veranstaltung. In seiner vielbeachteten Rede bittet der Bundespräsident ausdrücklich “um Vergebung – für all das geschehene Leid und Unrecht, und für das lange Schweigen, das darauf folgte.“

25.10.2018 Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt erstmals eine Delegation des LSVD im Bundeskanzleramt. Themen des intensiven Gesprächs sind vor allem die Situation von Regenbogenfamilien (insbesondere das Abstimmungsrecht), die Ergänzung vom Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz sowie der Kampf gegen Hasskriminalität,

08.11.2018
Der LSVD protestiert gegen die im Bundestag von der Regierungskoalition beantragte gesetzliche Einstufung der Maghreb-Länder Algerien, Marokko und Tunesien Staaten als sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“. Er appelliert, dass keine Staaten als „sicher“ eingestuft werden dürfen, die Homosexualität mit Strafe bedrohen.