Antwort der Stadt Köln - Deutsch-polnische Städtepartnerschaften

LSBTI-freie Zonen in Polen

Antwortschreiben der Stadt Köln auf den Brief des LSVD zur bestehenden Städtepartnerschaft mit Polen

Sehr geehrter Herr Mertens,

für Ihr Schreiben vom 2. April 2020 danke ich Ihnen, auch im Namen von Frau Oberbürgermeisterin Reker, die mich um dessen Beantwortung bat.

Wie der LSVD beobachten wir in Köln mit großer Sorge, dass sich eine wachsende Zahl von Kommunen und Regierungsbezirken in Polen - im krassen Widerspruch zu den europäischen Werten und den universell geltenden Menschenrechten - zu so genannten „LSBTI-freien Zonen“ erklären. Kattowitz zählt, wie im Übrigen auch die anderen polnischen Mitgliedsstädte von Eurocities, nicht dazu.

Köln und Kattowitz sind seit dem 15. März 1991 offiziell städtepartnerschaftlich verbunden. Die Beziehungen leben durch regelmäßige Austausche sowohl auf Verwaltungs- als auch auf der bürgerschaftlichen Ebene, auch und gerade zu LSBTI-Themen.

So lädt die Stadt Köln im Rahmen des Formats „Sister Cities stand together“ seit Jahren Vertreterinnen und Vertreter der LSBTI-Communities aus ausgewählten Partnerstädten (Köln pflegt 22 internationale Städtepartnerschaften) zu internationalen Workshops und Austauschen im Rahmen der Kölner Pride Week ein, darunter regelmäßig auch Vertreterinnen und Vertreter aus Kattowitz. Ein offizieller Empfang durch Frau Oberbürgermeisterin Reker ist fester Bestandteil des Programms. Umgekehrt hat die Stadt Köln in den vergangenen Jahren wiederholt mit offizieller Vertretung der Oberbürgermeisterin am Equality March in Kattowitz teilgenommen und bei diesen Gelegenheiten auch offizielle Repräsentantinnen und Repräsentanten der Stadt Kattowitz sowie Vertreterinnen und Vertreter der lokalen LSBTI-Community getroffen, um sich mit ihnen zu LSBTI-Themen auszutauschen. Beim letzten Besuch 2019 wurde der offizielle Vertreter der Oberbürgermeisterin – als bewusstes Zeichen der Solidarität - von einer Gruppe Kölner LGBTI-Aktivistinnen und -Aktivisten begleitet.

Ihre Solidaritätsinitiative angesichts der sich weiter verschlechternden Menschenrechtssituation für LSBTI in Polen unterstützen wir ausdrücklich. Wir verstehen sie als Ermutigung, im Schulterschluss mit anderen deutschen Städten engagiert das fortzusetzen, was wir im Rahmen der Städtepartnerschaft Köln-Kattowitz bereits seit Jahren praktizieren.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Frieder Wolf

Stadt Köln
Amt der Oberbürgermeisterin
Leiter des Büros für europäische und internationale Angelegenheiten
Unter Goldschmied 6
D-50667 Köln

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