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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD⁺)

Aktuelle Umfragen zu LSBTIQ*

Forschungsvorhaben und Studien

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTIQ* in Deutschland. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTIQ* als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTIQ* endlich angemessen berücksichtigt werden.

Es gibt zwar inzwischen vermehrt Forschung über die Lebenssituation von LSBTIQ* in Deutschland, ebenso zu Diskriminierung und LSBTIQ*-Feindlichkeit. Dennoch sind noch viele sozialwissenschaftliche Forschungen heteronormativ angelegt. In ihnen bleiben LSBTIQ* als Teil der Bevölkerung häufig unberücksichtigt. In den Hochschulen, in Forschung und vor allem in der Lehre muss die Lebenssituation von LSBTIQ* endlich angemessen berücksichtigt werden.

Hier veröffentlichen wir aktuelle Umfragen, in denen Daten für wissenschaftliche Zwecke erhoben werden (etwa für Bachelor- bzw. Masterarbeiten oder Forschungsprojekte). Bitte beachten Sie: Wir können nicht immer Inhalt, Zielsetzung und methodische/sprachliche Konstruktion detailliert prüfen - bitte wenden Sie sich daher, wenn Sie Anmerkungen haben, direkt an die Autor*innen des jeweiligen Forschungsvorhabens.

Online-Umfrage: Haben LGBTQ+-Stimmen Einfluss darauf, wie KI entwickelt wird? (April 2026)

Im Rahmen des ELOQUENCE-Projekts, einer europäischen Forschungsinitiative zur Förderung einer ethischen, inklusiven und menschenzentrierten KI, wird eine kurze Umfrage durchgeführt, um besser zu verstehen, wie Menschen in ganz Europa KI wahrnehmen.

If AI learns from biased data, it can reproduce real-world discrimination. Are LGBTQ+ voices shaping how AI is built?

Artificial Intelligence is increasingly influencing how we access services, information and opportunities. Yet studies show that many people within LGBTQI+ communities remain concerned about bias and discrimination in digital systems. For this reason, share this survey with your community, giving LGBTQI+ individuals the opportunity to express their perspective and contribute to shaping more inclusive technologies.

The survey is: anonymous, multilingual, takes only a few minutes  

Link zur Umfrage: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/ELOQUENCESurvey2025 

Forschungsprojekt "JuSeQs – Jugendsexualität und Sexualaufklärung von LSBTIQ* Personen" (November 2025)

Im Rahmen des Forschungsprojekts "JuSeQs – Jugendsexualität und Sexualaufklärung von LSBTIQ* Personen" der Hochschule Merseburg werden junge queere Menschen (16–25 Jahre) gesucht, die über ihre Erfahrungen mit Sexualität, Beziehungen und Aufklärung sprechen möchten.

In der ersten Interviewphase (November 2025 – Frühjahr 2026) soll gezielt mit Jugendlichen gesprochen werden, deren Stimmen in Forschung bisher seltener gehört werden – dazu gehören unter anderem:

  • inter* Personen
  • BIPoC (Schwarze, Indigene, Personen of Colour)
  • Muslimische Personen
  • Jüdische Personen
  • Sinti*zze und Rom*nja
  • Transweibliche Personen (bzw. transfeminine Personen, trans Mädchen oder trans Frauen
  • Menschen mit Behinderungen und/oder chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit Klassismuserfahrungen (bspw. Arbeiter*innenkinder)
  • Personen, die auf dem Land wohnen

Weitere Infos zum Projekt und zur Teilnahme können auf der Homepage des Forschungsprojekts gefunden werden.

Befragung zu queerfeindlicher Gewalt in Berlin (September 2025)

Die Befragung wird von Camino im Rahmen des Berliner Monitorings queerfeindliche Gewalt durchgeführt – im Auftrag des Landes Berlin. Die Antworten tragen dazu bei, Präventions-, Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen gut auf die Herausforderungen in Berlin abzustimmen.

Zur Beteiligung sind ausnahmslos alle queeren und LSBTIQ*-Personen aufgerufen, die in Berlin wohnen oder über einschlägige Erfahrungen in Berlin berichten können.

Die Beantwortung dauert durchschnittlich gut 20 Minuten.

Link zur Befragung: https://camino-werkstatt.limequery.com/945733?lang=de

Online-Studie zu queeren und anderen Lebenswegen (Juni 2025)

In der Onlinestudie geht es um soziale Einflussfaktoren auf queeres Leben und Selbstakzeptanz. Soziale Erfahrungen werden darin mit dem Wohlbefinden und der Selbstakzeptanz queerer Menschen in Beziehung gesetzt.

Die Umfrage dauert ca. 20-30 Minuten und ist offen für alle Personen ab 18 Jahren.

Die Teilnahme ist über folgenden Link möglich: https://lebenswege.brise.uni-bremen.de/

Weitere Informationen.

Interviewstudie zur medizinhistorischen Aufarbeitung des Umgangs mit DSD/TIN* (Mai 2025)

Die Studie untersucht die Geschichte von Hormontherapien mit dem Ziel, den medizinischen Umgang mit Varianten der Geschlechtsentwicklung und Geschlechtsidentität aufzuarbeiten.

Wer kann teilnehmen?
Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung/DSD, Nichtbinäre, Inter* sowie Trans* Menschen und Menschen, die in diesem Bereich arbeiten oder gearbeitet haben.

Das Interview soll 60 bis 180 Minuten dauern und nach Absprache bei Ihnen zu Hause oder in Berlin-Dahlem an der Charité stattfinden.

Kontakt bei Interesse oder Fragen: sophia.wagemann@charite.de

Weitere Informationen

Umfrage: Resilienz, Ressourcen und Belastungen in Regenbogenfamilien (ResReBoFam) (Februar 2024)

Was? - Befragung von LGBTQIA+ Elternteilen zu Belastungen, Ressourcen und mentaler Gesundheit

Wer? - Regenbogeneltern mit mind. einem Kind bis zum Alter von 18 Jahren

Wie? - anonyme Teilnahme unter folgendem Link: https://www.soscisurvey.de/ResReBoFam/

"The GenderCOS Study - An international research project, which aims to improve the quality of future research on genital gender surgery" in English, (Dezember 2023)

The GenderCOS is an international consensus study that will shape and strengthen future clinical research on genital gender surgery by creating a standardized set of outcomes for both feminizing and masculinizing genital gender affirming surgery. To be able to make these sets representative, it requires the participation of experts by experience and experts by profession.

Who can participate:

The two stakeholder groups who we invite to participate are experts by lived experience and experts by profession. Experts by lived experience are, for this study, defined as: transgender- and/or gender diverse individuals who have undergone genital gender surgery at least 3 months ago, can read and understand English, Spanish or Dutch, and are of legal age to undergo surgery in country of received surgery.

"Survey on the Needs of LBTQI Girls, Women & Non-Binary Youth" in English, (Oktober 2023)

Together with E*LC, we at IGLYO are currently carrying out a research aimed at exploring the needs, challenges, and lived experiences of lesbian, bisexual, trans, queer, intersex (LBTQI) girls and young women, as well as non-binary and gender diverse youth between the ages of 15 and 30, residing in Europe.

If you are an LBTQI girl, young woman or non-binary youth between 15-30 years old, IGLYO strongly encourages you to fill out the survey to provide precious insights on the community you belong to and your own needs, challenges, and experience.

Completing the survey takes about 15 minutes and is entirely anonymous. Please answer each question as truthfully as you can. IGLYO thanks you in advance for your contribution!

Sprachliche Strategien im Umgang mit Nichtbinarität (März 2023)

In der Umfrage geht es um sprachliche Strategien im Umgang mit Nichtbinarität. Hier stellen sich Fragen nach Benennungen (jenseits von Mann und Frau), nach Ansprachen (jenseits von Herr und Frau) und nach Referenzen (jenseits von er und sie) von nichtbinären Menschen. Also Menschen, die sich weder ausschließlich als Mann/männlich noch als Frau/weiblich identifizieren. Seit 2018 ist die „dritte“ Geschlechtsoption (divers) auch rechtlich anerkannt, doch sind vor allem sprachlich noch viele offene Fragen. Die Umfrage fokussiert Referenzstrategien, also Möglichkeiten, über nichtbinäre Personen zu sprechen/schreiben und möchte objektiv empirische Daten dazu erheben. Es ist kein Vorwissen erforderlich. Die Umfrage ist anonym, dauert ca. 15 Minuten und dient einer rein sprachwissenschaftlichen Auswertung.

https://umfragen.uni-hamburg.de/index.php/825376?newtest=Y&lang=de

Psychologische Studie zu ersten Eindrücken (Juli 2022)

  • Onlineumfrage im Rahmen des Instituts für klinische Psychologie der PFH-Göttingen - Worum geht es? Es handelt sich um eine psychologische Studie zu ersten Eindrücken. Wir möchten gerne eine möglichst diverse Stichprobe, da wir gerne eine große Bandbreite an sexuellen Orientierungen, Beziehungsarten und Menschen im Allgemeinen abdecken möchten. Wir möchten gerne verstehen, wie und warum Menschen sich bei ihren Bewertungen unterscheiden oder auch ähneln. Wir denken, dass wir so auf der einen Seite wichtige psychologische Fragestellungen beantworten, auf der anderen Seite aber auch Forschung diverser ausrichten können.
  • Wer kann teilnehmen? Es werden Menschen gesucht, die sich in Beziehungen befinden, es besteht dabei keine Altersgrenze.

Hintergrund und Forderungen des LSVD

Der 2017 von der Bundesregierung verabschiedete „Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus – Positionen und Maßnahmen zum Umgang mit Ideologien der Ungleichwertigkeit und den darauf bezogenen Diskriminierungen“ (NAP) ist in weiten Teilen bloße beschönigende Rückschau. Als eine der wenigen konkreten Maßnahmen verspricht die Bundesregierung dort auf Seite 38: „Forschung auf dem Gebiet zur Homosexuellen- und Transfeindlichkeit – insbesondere in den Fachrichtungen Rechtswissenschaft, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Theologie, Psychologie, Medizin und Pädagogik soll gefördert werden. Fragen der Emanzipation und Gleichstellung von LSBTI müssen in der Forschung einen angemessenen Stellenwert finden, ebenso die Problemkreise Homosexuellen- und Transfeindlichkeit sowie Diskriminierung.“

Die aktuelle Bundesregierung schreibt zu Diskriminierungsforschung in ihrem Koalitionsvertrag: "Wir berücksichtigen geschlechtsbezogene Unterschiede in der Versorgung, bei Gesundheitsförderung und Prävention und in der Forschung und bauen Diskriminierungen und
Zugangsbarrieren ab." (S. 67)

Zudem macht sie in ihrem Aktionsplan "Queer leben" von 2022 die zentrale Bedeutung von Forschung durch die folgende Auflistung deutlich: (S. 7)

Forschung und Datenerhebung zur Lebenssituation von LSBTIQ* ausbauen
In den vergangenen Jahren gab es einige positive Entwicklungen, durch die die Datenbasis zur Erforschung der Lebenslagen von LSBTIQ* verbessert werden konnte. Dennoch ist die Datenlage lückenhaft. Ziel ist die Förderung von Forschung und Datenerhebung zu Diskriminierung und zur Lebenssituation von LSBTIQ*, um
die Wissensbasis zu erweitern und darauf aufbauend, wirksame Maßnahmen im Aufgabenbereich des Bundes zur Bekämpfung von Diskriminierung zu entwickeln. Die Regierungskoalition hat vereinbart, die Forschung zu stärken und die Geschlechtergerechtigkeit als zentrales Zukunftsfeld benannt.
Vorgeschlagene Maßnahmen:
• Entwicklung von Leitlinien zur Erhebung von Daten zu LSBTIQ* und zur nicht binären Erhebung von Geschlecht.
• Forschungsprojekte zur gesundheitlichen und sozialen Situation von LSBTIQ*;
• Die Situation von transgeschlechtlichen Personen, die bis zu den Beschlüssen des Bundesverfassungsgericht zur Verfassungswidrigkeit, von der Voraussetzung der Ehelosigkeit und Fortpflanzungsunfähigkeit für den Personenstandswechsel betroffen sind, soll durch historische Forschung aufgearbeitet werden; gleiches gilt
für Menschenrechtsverletzungen an intergeschlechtlichen Menschen;
• Forschungsprojekt zur Lebenssituation von trans-, intergeschlechtlichen und nichtbinären Jugendlichen;
• Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung der Erhebung und Nutzung von Gleichstellungsdaten in den Mitgliedstaaten der EU;
• Forschungsprojekt zur Verbesserung der Teilhabe von Lesben;
• Forschungsprojekt zur Erfassung von Daten zur Lebenssituation bisexueller Menschen;
• Forschungsprojekte zur Lebenssituation von Regenbogenfamilien;
• Forschungsprojekte zur Akzeptanz und Situation von LSBTIQ* in der Arbeitswelt (Arbeit und Ausbildung);
• Stärkere Berücksichtigung der Belange von LSBTIQ* und insbesondere lesbischer und bisexueller Frauen und Mädchen in Berichten der Bundesregierung (insbesondere Gleichstellungsbericht, Familien- und Jugendbericht);
• Sensibilisierung des Statistischen Bundesamts für geschlechtliche Vielfalt

Die Vermittlung von Informationen über die Vielfalt sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identität muss darüberhinaus ein selbstverständlicher Bestandteil der Studiengänge und Lehrinhalte werden. Die entsprechenden Studienordnungen sind dahingehend zu ändern und zu ergänzen.

Immer noch versuchen manche Forscher*innen aus den Bereichen Biologie, Medizin oder Genetik eine „Ursache“ für die Entstehung von Homosexualität oder Transgeschlechtlichkeit zu finden. Es ist absurd, etwas so Komplexes wie die menschliche Liebesfähigkeit oder die geschlechtliche Identität monokausal auf genetisch-biologische Ursachen zurückführen zu wollen. Wir halten solche Ursachenforschung im Ansatz für verfehlt, denn in der Fragestellung schwingt immer ein „Unwerturteil“ mit. Für eine freie, offene Gesellschaft sollte die Existenz von Homo-, Bi- oder Heterosexualität nicht erklärungsbedürftig sein, ebenso wenig die von Trans- oder Intergeschlechtlichkeit.

Viel spannender ist die Frage, wie Homophobie und Transfeindlichkeit entstehen und warum sie sich hartnäckig halten. Wir fordern eine umfassende interdisziplinäre Erforschung der Abwehr, Feindlichkeit und Gewalt gegen LSBTIQ*. Die im Alltag ablaufenden Prozesse, die zu Stigmatisierungen führen sowie die Formen struktureller Diskriminierung und ihrer Auswirkung auf die betroffenen Menschen erfordern intensive Untersuchung. Dabei ist die bislang nur marginal staatlich unterstützte Forschung über Ausmaß, Erscheinungsformen und Ursachen von LSBTIQ*-Feindlichkeit zu fördern, um unter Hinzuziehung von Expert*innen in eigener Sache Gegenstrategien optimieren zu können.