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Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD)

Handreichung für die Grundschule gegen Mobbing: Was heißt hier Lesbe, was heißt hier schwul?

Niemand darf gemobbt werden – auch an Grundschulen nicht!

Handreichung für die Grundschule gegen Mobbing und Bullying: „Was heißt hier Lesbe, was heißt hier schwul?“ - Informationen und Tipps für Schülerinnen und Schüler der Grundschule“

Die meisten Mädchen verlieben sich in Jungs. Die meisten Jungs verlieben sich in Mädchen. Es gibt aber auch Jungs, die verlieben sich in Jungs. Dann gibt es Jungen und Mädchen, die sich immer anders verlieben, mal in Jungs und mal in Mädchen. Und Mädchen, die sich immer in Mädchen verlieben…“ – Kinder sind vielfältig, genau wie unsere Gesellschaft auch.

Das Antidiskriminierungsprojekt „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“ hat zusammen mit dem LSVD Nordrhein-Westfalen anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie eine Handreichung für die Grundschule gegen Mobbing veröffentlicht. „Was heißt hier Lesbe, was heißt hier schwul?“ — Informationen und Tipps für Schülerinnen und Schüler der Grundschule basiert auf einer Broschüre des LSVD Berlin-Brandenburgs.

Das Verständnis für Menschen mit anderen Lebensentwürfen kann nicht früh genug beginnen. Nur dann kann sich das selbstverständliche Zusammenleben von homosexuellen und heterosexuellen Menschen entwickeln. Daher unterstützen wir dieses Faltblatt als einen wichtigen Beitrag zur Antidiskriminierungsarbeit und hoffen, dass diese Publikation oft nachgefragt wird“, erklärt LSVD-Landessprecher Frank Bauer.

Lehrkräfte wissen oft nicht, wie sie bei Mobbing einschreiten können

Mobbing und Bullying ist an allen Schulen immer noch ein ernst zu nehmendes Problem, dem viele Lehrkräfte nicht in geeigneter Art und Weise begegnen. Nicht selten hört man „Du schwule Sau“ durch eine Klasse tönen oder ein Mädchen wird als „Kampf-Lesbe“ tituliert, nur weil sie nicht wie ihre Mitschülerinnen mit Kleid und Zopf in die Schule kommt. Das solche verbalen Angriffe durch pädagogisches Personal unkommentiert bleiben, ist leider nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.

Jungen und Mädchen geht es jedoch selten darum jemanden tatsächlich als Schwulen oder als Lesbe zu outen, sondern Mobbing spiegelt vielmehr das eigenen Dominanzverhalten gegenüber der schwächeren Person wieder. Durch Bullying oder Mobbing sollen Menschen ins Abseits eines Klassenverbandes gedrängt werden. Häufig trifft es Kinder die sich von der Mehrheit der Schüler*innen unterscheiden. „Lesbe“ und „schwul“ werden folglich losgelöst vom Kontext verwendet um andere Menschen negativ darzustellen und zu kategorisieren.

Homophobe Beschimpfungen können alle Schüler*innen treffen

Auslöser kann beispielsweise eine Frisur oder ein Kleidungsstil sein, die nicht den eigenen Vorstellungen von Geschlechterrollen entsprechen. Oder die erste Liebe gilt wirklich dem eigenen Geschlecht und die Gefühle der Verliebten werden von der Klasse mit Füßen getreten. Auch wenn diese und andere Wörter häufig losgelöst vom Kontext verwendet werden, so sind die doch gerade für junge Menschen, die nicht heterosexuell sind oder nicht in das traditionelle Geschlechterrollenbild passen, eine zusätzliche Hürde um offen über ihre Gefühle reden zu können und zu sich selbst zu stehen.

Dass solche Handreichungen im Schul- und Bildungsbereich wichtig sind, zeigten nicht nur die YouTube Videos von verzweifelten jungen Menschen aus den USA, die sich in den Suizid stürzten, sondern auch die Erfahrungen vieler angehender Lehrkräfte, die vom Alltag in Grundschulen und den Erfahrungen mit Mobbing berichteten.

Die Handreichung "Was heißt hier Lesben, was heißt hier schwul. Niemand darf gemobbt werden" gibt es hier zum Download.

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René Mertens
Bund-Länder-Koordinator