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Die nachfolgenden Ausführungen gelten nur noch bis zum 01.10.2017:

Wenn § 1 Abs. 1 Satz 1 LPartG verlangt, dass die beiden Lebenspartner das gleiche Geschlecht haben müssen, knüpft die Norm damit nur an das Geschlecht, nicht aber an die sexuelle Identität an. Es genügt also, dass es sich um zwei Männer oder zwei Frauen handelt. Ob sie lesbisch bzw. schwul oder heterosexuell sind, ist irrelevant. Das LPartG eröffnet damit auch Heterosexuellen gleichen Geschlechtes die Möglichkeit, eine Lebenspartnerschaft zu begründen. Die Zulässigkeit einer Ehe hängt übrigens ebenfalls nur vom Geschlecht der Verlobten, nicht aber von ihrer sexuellen Identität ab. Ob und was sexuell in einer Lebenspartnerschaft oder einer Ehe geschieht, geht den Staat nichts an!

Unerheblich ist, welche Staatsangehörigkeit die Partner haben. In Deutschland können auch zwei  Ausländer eine Lebenspartnerschaft eingehen. Sie brauchen in Deutschland keinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt zu haben und können deshalb die Lebenspartnerschaft auch während eines Urlaubs in Deutschland begründen. 

Nach § 1 Abs. 3 Nr. 1 LPartG kann die Lebenspartnerschaft nicht begründet werden „mit einer Person, die verheiratet ist oder bereits mit einer anderen Person eine Lebenspartnerschaft führt. Es stellt deshalb kein Lebenspartnerschaftshindernis dar, wenn Lesben und Schwule mit derselben Partnerin bzw. demselben Partner schon in einem anderen Land eine Lebenspartnerschaft oder eine gleichgeschlechtliche Ehe eingegangen waren. Diese früher Partnerschaft oder gleichgeschlechtliche Ehe braucht nicht aufgehoben zu werden. Das ergibt sich aus Art. 17b Abs. 3 EGBGB. Er bestimmt: "Bestehen zwischen denselben Personen eingetragene Lebenspartnerschaften in verschiedenen Staaten, so ist die zuletzt begründete Lebenspartnerschaft vom Zeitpunkt ihrer Begründung an für die in Absatz 1 umschriebenen Wirkungen und Folgen maßgebend." Die Vorschrift spricht zwar nur von Lebenspartnerschaften. Sie gilt aber auch für gleichgeschlechtliche Ehen, weil diese in Deutschland als „Lebenspartnerschaften“ qualifiziert werden (siehe zu diesen Fragen ergänzend den Abschnitt "Gleichgeschlechtliche Ehen in Deutschland" im zweitenb Kapitel "Internationales Privatrecht").

Weitere Lebenspartnerschaftshindernisse sind: Minderjährigkeit des Partners, direkte Abstammung, Geschwister und Stiefgeschwister, Scheinpartnerschaft (§ 1 Abs. 3 LPartG). Ob ein Partner minderjährig ist, bestimmt sich nach seinem Heimatrecht.