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Lebenspartnerschaften

Zur Frage des Anteils der homo-, bi- und transsexueller Menschen an der Bevölkerung siehe 
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2016: So queer ist Deutschland wirklich

Lebenspartnerschaften werden erst ab dem 01.01.2014 statistisch erfasst. An diesem Tag ist das "Gesetz über die Statistik der Bevölkerungsbewegung und die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes (Bevölkerungsstatistikgesetz - BevStatG)" vom 20. April 2013 (BGBl. I S. 826) in Kraft getreten. Nach § 6 BevStatG sollen die statistischen Daten ab dem 09.05.2011 nacherfasst werden.

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und Ehen

Anhand der Frage zur Lebenspartnerschaft weist der Mikrozensus für das Jahr 2015 rund 94 000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aus. Etwas mehr als die Hälfte (52 %) der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wurde von Männern geführt. Rund 43 000 (46 %) aller gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften waren zugleich eingetragene Lebenspartnerschaften. Seit dem Jahr 2006, als der Familienstand erstmals im Mikrozensus abgefragt wurde, hat sich die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften damit weit mehr als verdreifacht (2006: 12 000 Paare).

Aufgrund geringer Fallzahlen und der Freiwilligkeit dieser Auskünfte sind die Ergebnisse jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Gleichwohl können sie als eine untere Grenze für die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften in Deutschland angesehen werden (Im Fokus Destatis 29.06.2017).

Den 43.000 Lebenspartnerschaften stehen 17,6 Millionen Ehepaare gegenüber, die 2014 in Deutschland lebten.

Eine obere Grenze für die Zahl gleichgeschlechtlicher Paare kann im Mikrozensus mit einem Schätzverfahren bestimmt werden. Hierbei werden alle Haushalte, in denen mindestens zwei Personen leben, näher betrachtet. In diesen Haushalten müssen (mindestens) zwei nicht verwandte 16-jährige oder ältere Personen gleichen Geschlechts leben, die keine Ehegatten im Haushalt haben beziehungsweise nicht verheiratet und beide familienfremd sind. Nach diesem Schätzkonzept gab es im Jahr 2014 in Deutschland 223.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, also fast dreimal so viele gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften wie nach dem Fragekonzept. Auch die Ergebnisse des Schätzkonzepts sind jedoch eingeschränkt aussagekräftig.

Sie dürften vor allem auch deshalb eine obere Grenze der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften sein, weil in den geschätzten Werten auch Wohngemeinschaften von Studierenden ohne partnerschaftlichen Hintergrund enthalten sind.

Fazit: Auch wenn die Ergebnisse des Frage- und des Schätzkonzepts zur Verbreitung gleichgeschlechtlicher Paare vorsichtig zu interpretieren sind, zeigt sich nach beiden Konzepten, dass seit 2004 die Zahl gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften gestiegen ist.

Der "Familienreport 2017" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

Im „Familienreport 2017" werden zu Lebenspartnerschaften und gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften folgende Angaben gemacht:

Gleichgeschlechtliche Paare machen ihre Partnerschaft häufig vor dem Gesetzgeber offiziell: Etwas weniger als die Hälfte aller gleichgeschlechtlichen Paare, die in einem Haushalt zusammenleben, sind auch eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. In Deutschland leben rund 78.000 gleichgeschlechtliche Paare zusammen.

2015 gab es acht Millionen Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt. Verheiratete Eltern mit 5,5 Millionen waren die häufigste Familienform. Ihre Anzahl ist in der Vergangenheit zurückgegangen, wohingegen die Anzahl der Lebensgemeinschaften und die der Alleinerziehenden gestiegen ist. 2015 gab es 843.000 Lebensgemeinschaften und 1,6 Millionen Alleinerziehende. Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften mit minderjährigen Kindern im Haushalt lag im Jahr 2015 bei rund 7.000

Fast drei Viertel der minderjährigen Kinder in Deutschland lebten 2015 gemeinsam mit verheirateten Eltern im Haushalt, 18 Prozent wuchsen bei Alleinerziehenden und 9 Prozent bei Lebensgemeinschaften auf. Damit hat sich der Anteil der Kinder, die bei verheirateten Eltern aufwachsen, in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. In den alten Bundesländern waren die Eltern von minderjährigen Kindern mehrheitlich verheiratet: 77 Prozent der minderjährigen Kinder lebten bei verheirateten Eltern, in den neuen Bundesländern waren es lediglich 56 Prozent. In den neuen Ländern wuchsen Kinder häufiger bei Lebensgemeinschaften und Alleinerziehenden auf als in den alten Bundesländern. In eingetragenen Lebenspartnerschaften lebten im Jahr 2015 in Deutschland 10.000 Kinder.

In einer von zehn eingetragenen Lebenspartnerschaften lebte mindestens ein Kind.

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 11.07.2017 

2016 wurden in Deutschland 1.238 eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften aufgehoben. Dabei waren Lebenspartnerschaften von Frauen mit 698 Fällen häufiger betroffen als von Männern (540 Fälle). Gegenüber 2015 hat sich die Zahl der Aufhebungen um etwa 9 Prozent erhöht.